Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Demut an der Kirschenallee: Oberligist TuS Mechtersheim befindet sich im Wandel

Das Betreuerteam und die Neuzugänge des TuS Mechtersheim, hinten von links: Selim Ötztürk, Nazmi Seyman, David Demmerle, Marvin
Das Betreuerteam und die Neuzugänge des TuS Mechtersheim, hinten von links: Selim Ötztürk, Nazmi Seyman, David Demmerle, Marvin Benefo, Kevin Arnold da Silva, Aleks Biedermann, Heiko Magin, Orhan Lorkulu und Dieter Demmerle. Vorne von links: Maxime Krüger, Florian Simon, Mert Özkaya, Oliver Seitz, Kaan Özkaya, Samet Güven und Yanick Haag.

Alles neu beim Fußball-Oberligisten TuS Mechtersheim. Viele erfahrene Spieler haben den Verein verlassen, die Verantwortlichen müssen eine neue Mannschaft formieren. Entsprechend verhalten klingen die Saisonziele.

An der Mechtersheimer Kirschenallee fällt schnell das Wort Demut. Teammanager Heiko Magin blickt etwas nachdenklich auf den frisch gemähten Rasen. Die vergangenen zwei Spielrunden haben die Ansprüche beim Oberligisten in überschaubare Bahnen gelegt. „Schnell Punkte für einen sicheren Mittelfeldplatz sammeln“, lautet Magins Zielvorgabe. Zwei Jahre in Folge fand sich der TuS Mechtersheim am Tabellenende der Oberliga wieder, zweimal war der Ligaverbleib aufgrund des Saisonabbruchs sicher. Und beide Male versicherten die Verantwortlichen wie Sportdirektor Dieter Demmerle, dass die Mannschaft aus eigener Kraft den Abstieg verhindert hätte.

„Natürlich würden wir die Aufstiegsrunde annehmen, wenn wir sie denn erreichen“, erklären Demmerle und Magin. Die Messlatte für das Team von Trainer Selim Öztürk liegt aber deutlich niedriger. Grund für die Zurückhaltung dürfte nicht nur die Pandemie und ihre Folgen sein.

Gestandene Akteure haben den TuS verlassen

Der TuS Mechtersheim befindet sich im Wandel. Gestandene Akteure wie der frühere Kapitän Thorsten Ullemeyer oder Mittelfeldmotor Kevin Schwehm haben der Kirschenallee den Rücken zugewandt. Die im ehemaligen Spielsystem so agilen Japaner sind ebenfalls weg. Während Shun Kuroyanagi und Hori Ryunosuke nach Japan zurückgekehrt sind, hat Kazuaki Nishinaka beim SV Büchelberg eine neue Herausforderung gesucht. Innenverteidiger Jens Förtsch, mit Ullemeyer ein Turm im TuS-Abwehrbollwerk, studiert jetzt in München. Lukas Metz wechselte bereits früh zum FV Dudenhofen. Hinzu kommt, dass mit Felix Brand (zum FSV Zwickau) und Nico Schubert (zum TuS Wachenheim) zwei Säulen des geplanten Wiederaufbaus kurzfristig den Verein verlassen haben. In jedem Mannschaftsteil musste Mechtersheim wichtige Akteure ziehen lassen. Keine einfache Situation. Der Neuaufbau steht ganz oben auf der Agenda der sportlichen Leitung.

Florian Simon kehrt zurück

Mit Florian Simon kehrt ein Spieler zurück, der die erfolgreichen Zeiten in Mechtersheim erlebt hat. Über die USA war er zuletzt nach Schweden gekommen und spielte beim IFK Lidingö in der zweiten Division, die im Ligenranking der Dritten Liga entspricht. Abwehrspieler Aleks Biedermann, zuletzt in Diensten des luxemburgischen Erstligisten US Bad Mondorf, soll ein weiterer Baustein für die Stabilität des neuen TuS Mechtersheim werden. Erfahrung bringen beide reichlich mit. Und Mentalität. Dazu gehört auch Torhüter Oliver Seitz, der vom Regionalligisten FC Astoria Walldorf kommt. „Wir brauchen Spieler, die ein Spiel gewinnen wollen. Die mit ihrer Einstellung die Mannschaft mitreißen“, fordert Teammanager Magin.

FC Speyer 09 kommt am 13. August

Und diese Mentalität wird gleich zum Start der Runde am 13. August wichtig sein. Dann kommt Konkurrent FC Speyer 09 zum ersten Derby. Dieser hatte als Aufsteiger in der vergangenen Saison überraschend 4:1 an gleicher Stelle gewonnen. Der Stachel sitzt tief. „Wir sind froh, dass wir aufgrund der Pandemie überhaupt trainieren und spielen können“, hat Demmerle bereits vor einigen Wochen den Blick auf das Positive gerichtet. Überhaupt sei es doch eine tolle Sache, dass in dieser Runde „erst einmal nur Derbys anstehen“. Dann kommen auch die Favoriten, die Demmerle und Magin ausgemacht haben wollen. „Die Arminia aus Ludwigshafen hat sich sehr gut verstärkt. Und natürlich Wormatia Worms und der FV Dudenhofen. Auch der FC Hertha Wiesbach wird wie die TSG Pfeddersheim oben mitspielen“, nennen sie mehrere starke Teams.

Kader

Tor: Oliver Seitz (23), Maxime Klein (20), Nazmi Seyman (24)

Abwehr: Tolga Karlidag (30), Kevin Arnold da Silva (20), Maximilian Krüger (18), Luca Lehr (19), Luca Marino (21), Marvin Benefo (21), Björn Weisenborn (26)

Mittelfeld: Mert Özkaya (19), Kaan Özkaya (19), Robin Muth (20), Florian Simon (28), Patrick Haag (31)

Angriff: Bruno Ferreira da Cruz (19), David Reitarov (20), Thomas Meier (20), Yanick Haag (21), Vladislav Lukanov (20), Aleks Biedermann (26), Dana Kader (27).

Trainer: Selim Öztürk (34)

Zugänge: Kaan und Mert Özkaya (beide TSG Hoffenheim U19), David Reitarov, Marvin Benefo (beide SV Sandhausen U23), Oliver Seitz (FC Astoria Walldorf), Luca Lehr (FC Speyer 09 U19), Maxime Krüger (SV Sandhausen U19), Tolga Karlidag (TSG Weinheim), Aleks Biedermann (US Bad Mondorf), Patrick und Yanick Haag (beide VfR Mannheim), Kevin Arnold da Silva (SV Waldhof Mannheim), Florian Simon (IFK Lidingö), Samet Güven (Darmstadt 98).

Abgänge: Arlind Berisha (SV 98 Schwetzingen), Kevin Schwehm (RW Seebach), Thorsten Ullemeyer (SpVgg Billigheim-Ingenheim), Lukas Metz (FV Dudenhofen), Shun Kuroyanagi, Hori Ryunosuke (beide Japan), Kazuaki Nishinaka (SV Büchelberg), Julio Koelle, Geri Hasa (beide VfR Mannheim), Felix Brand (FSV Zwickau), Cedric Braun (BFC Dynamo Berlin), Jens Förtsch (unbekannt), Selim Avci (FC Speyer 09), Nico Schubert (TuS Wachenheim).

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