Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Das Schlimmste verhindert: Jetzt muss beim Waldhof die große Aufarbeitung kommen

Dominik Glawogger soll den Waldhof auch in der neuen Saison traineren. Das muss Jahn Regensburg aber erlauben.
Dominik Glawogger soll den Waldhof auch in der neuen Saison traineren. Das muss Jahn Regensburg aber erlauben.

Beim SV Waldhof Mannheim stehen nach dem knappen Verbleib in der Dritten Liga wegweisende Entscheidungen an. Meister Arminia Bielefeld hat derweil schon Fakten geschaffen.

Der Ludwigshafener Stefano Russo, der erst vor dieser Runde von Viktoria Köln zu den Ostwestfalen gewechselt war, verkündete über die Stadion-Leinwand seine vorzeitige Vertragsverlängerung und erntete dafür lautstarken Applaus von der großen Mehrheit der 25.000 Zuschauer auf der Alm. Der Ex-Mannheimer schnuppert bald Zweitliga-Luft.

So weit ist man beim Waldhof indes noch nicht. Denn die vertrackte Situation im Tabellenkeller war so etwas wie eine angezogene Handbremse für den neuen Geschäftsführer Sport, Gerhard Zuber: Vor möglichen Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen musste erst die Ligazugehörigkeit geklärt sein. Seit Samstagnachmittag hat er Klarheit mit der weiteren Zugehörigkeit zur Dritten Liga. Nun kann Zuber intensiver in die Gespräche mit den Spielern und ihren Beratern einsteigen. Die Baustellen in der Mannschaft, die sich im zweiten Jahr in Folge nur knapp vor dem Absturz rettete, sind jedenfalls groß.

Spieler haben im Abstiegskampf alles reingeworfen

„Es gibt viel nachzuarbeiten – Analyse und Kaderplanung –, damit wir uns gut vorbereiten für den Trainingsstart. Die Jungs werden jetzt regenerieren, und dann starten wir ins nächste Jahr“, sagte Zuber. Ob der Umbruch in der Mannschaft groß sein müsse, damit die „Buwe“ nicht noch einmal eine solche Saison erleben müssen, das würden die Verantwortlichen nun analysieren. „Ich kann nur sagen, dass die Jungs, die jetzt da waren, wirklich alles reingeworfen haben. Sie sind charakterlich einwandfrei. Jeder hat sich untergeordnet, auch wenn es für ein paar von ihnen nicht einfach war“, sagte Zuber. Er könne der Mannschaft keine Vorwürfe machen: „Sie haben Gas geben bis zum Ende und noch einmal einen guten Spirit entwickelt.“

Bei all der Lobhudelei vom Geschäftsführer Sport muss man konstatieren, dass die Leistung der „Buwe“ über weite Strecken der Saison nicht wirklich drittligatauglich war. Manch vor der Saison verpflichtete Verstärkung entpuppte sich dann doch zu sehr als Luftnummer. Daher muss man durchaus fragen, ob Zuber den einen oder anderen Spieler nicht auf diese Weise ins Schaufenster stellen will, um Gelder für neue Spieler freizubekommen.

Glücksgriff mit Torwart Bartels

Die beim Waldhof vielfach betonte individuelle Qualität blitzte vor allem in der Abwehr auf. Im Angriff blieben die Kurpfälzer im gesamten Verlauf der Saison vieles schuldig, auch wenn Felix Lohkemper mit seinen zehn Toren in 26 Spielen schon sehr auffällig war: Gemessen an den Toren steht der viertbesten Abwehr der Liga der zweitschlechteste Sturm gegenüber. Zentral wird die Frage sein, ob Mannheim Abwehrchef Lukas Klünter, der im Laufe der Saison von der rechten Abwehrseite in die Innenverteidigung gerückt war, halten kann.

Zur guten Abwehrleistung gehörte auch einer, der vor der Saison schon ausgemustert war: Torhüter Jan-Christoph Bartels entpuppte sich nach seiner Rückkehr in den Kasten nach dem vierten Spieltag als wahrer Glücksgriff: Der 26-Jährige entwickelte sich zu einem der besten Keeper der Liga.

Was wird mit Trainer Glawogger?

„Wir müssen jetzt darauf aufbauen. Vom Punkteschnitt her sind wir es gegen die Top-Teams ganz gut angegangen und haben mitgehalten. Daran müssen wir anknüpfen“, betonte Zuber. Ob es von Präsident Bernd Beetz mehr Geld für die kommende und damit eine bessere Saison geben wird, dazu wollte sich Zuber in Bielefeld jedenfalls nicht äußern: „Das werden wir nach der Analyse sehen. Wir werden uns zusammensetzen und sehen, was dann möglich ist.“ Die Verantwortlichen müssten jedenfalls „überall ran“. Sie wüssten welcher Vertrag ausläuft und was sie vorhätten: „Die Gespräche können erst jetzt beginnen.“

Auch jene mit Jahn Regensburg. Denn für die dortige U19 steht Noch-Waldhof-Trainer Dominik Glawogger kommende Saison in Vertrag, Die Mannheimer aber wünschen sich, dass er bei ihnen bleibt.

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