Fragen & Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Darts für Einsteiger: Was Neugierige in der Pfalz wissen müssen

Nur noch Darts im Kopf?
Nur noch Darts im Kopf?

Die Oma kann mit dem Enkel spielen, etliche Variationen sind denkbar. Die Boom-Sportart Darts bietet Interessierten aus der Pfalz schier unendliche Möglichkeiten.

Gabriel Clemens, der bei der Darts-WM in London das Halbfinale erreichte, hat das Interesse an seinem Sport deutlich gesteigert. In der Pfalz gibt es viele Fans, die selbst ausprobieren wollen, wie viel Talent sie besitzen. Die wichtigsten Fragen – und die Antworten dazu.

Wer kann spielen?
Darts ist ein klassischer Sport für Jedermann, spielbar vom Kindergarten bis ins Altersheim. „Da habe ich auch schon Kurse gegeben“, berichtet Winfried Matheis. Der Präsident des Rheinland-Pfälzischen Dartverbandes (RPDV), der aus Winnweiler stammt, wirbt für ein generationsübergreifendes Spielen. Wirklich jeder, ungeachtet seiner körperlichen Konstitution, hat das Zeug, ein guter Dartsspieler zu werden.

Wie sind die Regeln?
Pfeile (Darts) werden auf eine Scheibe (Board) geworfen, das klingt einfach – und ist es letztlich auch. Offiziell muss die Mitte des Boards, das sogenannte Bull’s Eye (Bullenauge oder Volltreffer), 1,73 Meter über dem Boden hängen. Der Abstand des Boards zur Wurflinie muss in offiziellen Wettkämpfen 2,37 Meter betragen. Für den privaten Spielspaß sind aber alle Abweichungen möglich.

Löste den Dartsboom aus: Gabriel Clemens.
Löste den Dartsboom aus: Gabriel Clemens.

Jeder Spieler hat in der Regel drei Darts, die er nacheinander werfen kann, ehe der nächste Spieler an der Reihe ist. Auch hier gilt: Für Spiele mit Freunden sind der Spiele-Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Was bedeuten die Zahlen auf dem Board?
Die Ziffern von 1 bis 20 symbolisieren die Punkte, die der Spieler erhält, der das Feld trifft. Der äußere Ring (Doppel) verdoppelt die Punktzahl, der innere Ring (Triple) verdreifacht sie. Das Bull’s Eye gibt 50 Punkte, das Bull (der etwas größere Ring) wird mit 25 Punkten belohnt.

Was sind die Unterschiede zwischen E-Dart und Steel Dart?
Beim E-Dart wird mit Darts, die eine Kunststoffspitze haben, auf elektronische Boards geworfen. Fast jeder hat einen solchen Dartsautomaten schon einmal in einer Spielhalle oder einer Kneipe gesehen. Der Automat übernimmt das Zählen.

E-Darts wird häufig in Kneipen gespielt.
E-Darts wird häufig in Kneipen gespielt.

Ambitionierte und Profis spielen Steel Dart. Hier wird mit Metallspitzen auf ein mit Stoff überzogenes Board geworfen. „Viele schrecken vor dem Zählen zurück, aber das gehört dazu“, sagt Experte Matheis. Am Rande: Gerade für Kinder ergibt sich beim Steel Dart die Möglichkeit, spielerisch Kopfrechnen zu üben.

Experte Matheis sagt: „Grundsätzlich gehören beide Spielformen zu unserem Sport.“

Was kostet die Ausrüstung?
Grundsätzlich ist alles möglich, von 15 bis 1500 Euro sind ein Board und mindestens drei Darts erhältlich. Verbandschef Matheis sagt, dass ein Board, wie es bei der Weltmeisterschaft in London genutzt wurde, bereits ab 50 Euro erhältlich ist. Ordentliche Pfeile (drei Stück) gibt es ab 30 Euro. Die Grundausrüstung ist also erschwinglich – und transportabel.

„Bitte in einen Shop gehen und die Darts in die Hand nehmen, vielleicht ein paar Probewürfe machen, um ein Gefühl zu bekommen“, rät Matheis. Nur so könne man herausfinden, welche Darts man spielen möchte. In Kaiserslautern, Rülzheim, Speyer, Winnweiler, Landau und anderen Orten in der Pfalz gibt es Dartshops.

Ein E-Dart-Automat kostet hingegen ein paar tausend Euro, ist aber nicht nötig, um ein guter Dartsspieler zu werden.

An dieser Stelle finden Sie ergänzende Inhalte von DPA-Info.

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Wie fange ich an?
Das durch die Weltmeisterschaft bekannte Spiel heißt „501“ und bedeutet, dass ein Spieler versucht, von 501 Punkten rückwärts bis 0 zu spielen, wobei der finale Wurf in einem Doppelfeld landen muss. Das ist äußerst schwierig. „Mit einfachen Spielarten anfangen, damit man nicht schnell frustriert wird“, sagt Matheis deshalb. In seinen Anfängerkursen geht es zunächst darum, das Board zu treffen. Danach darum, in den inneren Ring des Boards zu treffen. So sind schnellere Erfolge möglich. Außerdem gibt es für Einsteiger viele Spielformen, die Spaß machen und nicht so schwierig sind. Beispielsweise kann man sich vornehmen, jede Zahl mindestens einmal zu treffen.

Wieviel Training ist nötig, um Fortschritte zu erzielen?
Zwei- bis dreimal wöchentlich etwa eine Stunde üben, rät der Experte. Zudem ist es hilfreich, mindestens einmal in der Woche mit Gleichgesinnten zu trainieren, um sich miteinander messen zu können. Und: „Sobald man sich bereit fühlt, an Wettkämpfen teilnehmen“, rät Matheis. Im Duell unter Wettkampfbedingungen sind wertvolle Erfahrungen möglich.

In der Pfalz gibt es offene Darts-Turniere, an denen Jeder teilnehmen kann.
In der Pfalz gibt es offene Darts-Turniere, an denen Jeder teilnehmen kann.

Wo kann ich organisiert spielen?
Überall in der Pfalz gibt es Vereine, der bekannteste ist in Kaiserslautern. Hier ist auch WM-Star Gabriel Clemens gemeldet. Bei Interesse gibt es über den Rheinland-Pfälzischen Dartverband in Winnweiler Informationen. Es gibt ein Ligensystem, aber auch viele offene Turniere, an denen jeder teilnehmen kann. Eine Vereinszugehörigkeit ist nicht notwendig.

Warum gilt Darts immer noch als Kneipensport mit Alkohol und Zigarettendunst?
„Das hängt uns immer ein bisschen an“, klagt Matheis, verweist aber auf die Regularien der Dartsverbände. Ein Rauchverbot bei Wettkämpfen galt schon lange vor dem Rauchverbot in Gaststätten in Deutschland. Im Spielbereich gilt zudem ein generelles Alkoholverbot. „Gerade im Jugendbereich ist das Image oft ein Hemmschuh. Aber ich kann versichern, dass die Realität anders aussieht.“

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