Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Coronavirus bremst auch den FCK aus: Spiele verlegt

Rund um das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern bleibt es vorerst ziemlich ruhig – die für Dienstag geplante Partie gegen den
Rund um das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern bleibt es vorerst ziemlich ruhig – die für Dienstag geplante Partie gegen den TSV 1860 München wird verlegt.

Die Fußball-Bundesliga bekommt das erste komplette Geister-Wochenende ihrer Geschichte. Es wird vor leeren Rängen gespielt. Die nächsten beiden Drittliga-Runden werden verschoben. So finden die Partie des 1. FC Kaiserslautern in Magdeburg und das FCK-Heimspiel gegen 1860 München frühestens im Mai statt.

Der Deutsche Fußball-Bund hat die ersten beiden Teile der englischen Woche in der Dritten Liga, die zwei kommenden Spieltage 28 und 29, komplett verlegt. Gespielt wird laut DFB frühestens Anfang Mai, die genauen Termine sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

So sind neben den Spielen des 1. FC Kaiserslautern am Samstag beim 1. FC Magdeburg und am Dienstag gegen 1860 München auch zwei Partien des SV Waldhof Mannheim von der Verlegung betroffen: das Heimspiel am Freitag gegen den KFC Uerdingen und die Partie Mitte nächster Woche beim FC Hansa Rostock. „Tickets für das Spiel gegen Uerdingen bleiben gültig. Wer aber sein Geld zurückhaben möchte, hat darauf einen Anspruch und kann sein Ticket zurückgeben“, sagt Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp. Der FCK will sich erst am Donnerstag zu dem Thema äußern.

Bahntickets nimmt die DB bei Absagen von Großveranstaltungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zurück (Hotline: 0800-5141514; www.bahn.de/Corona).

Am Montag Beratung, wie es weitergeht

Waldhof Mannheims Geschäftsführer Kompp sagt: „Ich bin der Meinung, dass die Verlegung der beiden Spieltage zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung ist. Es war wichtig, Zeit zu gewinnen.“ Wie es dann ab dem 30. Spieltag in der Dritten Liga weitergeht, soll am Montag geklärt werden. Der DFB hat an diesem Tag den Ausschuss der Liga und alle Drittligisten zu einer außerordentlichen Versammlung in Frankfurt am Main eingeladen.

Erträge aus Spielbetrieb für Drittligisten existenziell

„Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, nahezu stündlich ergeben sich neue Sachlagen. Klar ist: Die Gesundheit steht über allem. Klar ist darüber hinaus, dass wir unserer Verantwortung für die Vereine gerecht werden wollen und müssen“, sagt DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. Der Ausschuss Dritte Liga, der sich zum großen Teil aus Klubvertretern zusammensetzt, hat sich bereits am Montag in einer ersten Einschätzung dafür ausgesprochen, die von behördlichen Anordnungen betroffenen Partien zunächst eher zu verlegen statt Geisterspiele auszutragen. Hintergrund ist die besondere wirtschaftliche Sensibilität in der Dritten Liga, in der die Erträge aus dem Spielbetrieb existenziell für die Klubs sind und mehr als 21 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen ausmachen.

Mit Blick auf den FCK und den SV Waldhof ist davon auszugehen, dass diesen Klubs pro Heimspiel, das vor leeren Rängen stattfindet, mindestens 150.000 bis 350.000 Euro an Einnahmen entgehen. Gegenrechnen muss man Minderausgaben etwa für Ordnungspersonal.

Bei Bundesligisten und Zweitligisten machen die Erlöse aus dem Kartenverkauf einen geringeren Teil der Gesamteinnahmen aus, weil in diesen Ligen die TV-Gelder ungleich höher sind als in der Dritten Liga. Ein Drittligist erhält pro Saison nur rund 1,3 Millionen Euro Fernsehgeld.

Union Berlin wehrt sich vergeblich

Daher wehren sich Drittligisten auch eher gegen Spiele vor leeren Tribünen, die in der Bundesliga am Wochenende beschlossene Sache sind. Auch Union Berlin, das sich lange gesträubt hat, sein Heimspiel gegen den FC Bayern München vor leeren Rängen auszutragen, ist nun von den Berliner Behörden gestoppt worden: Auch die Tribünen An der Alten Försterei bleiben nun am Samstag leer.

Zwei Mainzer Geisterspiele

Mainz 05 muss seine Bundesliga-Heimspiele gegen RB Leipzig am 29. März und gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Osterwochenende (10. bis 13. April) nach einer Verfügung der Stadt vor leeren Rängen bestreiten.

Dem DFB war es hinsichtlich der Dritten Liga wichtig, dass es kein verzerrtes Tabellenbild gibt. Man sei sich im Klaren, ließ der Verband wissen, dass die weiteren Folgen des Coronavirus auf den Spielbetrieb noch nicht abzusehen sind. Zum Schutze des Wettbewerbs habe man zwei komplette Spieltage verlegt und nicht nur die Partien, die von behördlichen Anordnungen betroffen sind.

Grippaler Infekt legt FCK-Stürmer weiter lahm

Trotz aller Terminprobleme wird auch noch trainiert. So sind beim FCK Philipp Hercher und Theo Bergmann nach ihren Infekten am Mittwoch wieder in die Einheiten mit dem Team eingestiegen. André Hainault, der beim 3:3 gegen Meppen ebenfalls erkältet fehlte, übt schon einen Tag länger wieder. Auch Dominik Schad, der zuletzt angeschlagen spielte, ist wieder voll im Training. Timmy Thiele dagegen ist wegen eines grippalen Infekts weiter außen vor.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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