Handball
Coburg nur ein Sparringspartner für die Löwen
Die Löwen zeigten sich gut erholt von der desaströsen zweiten Halbzeit in Kiel, in dem sie zeitweise vorgeführt wurden, ohne richtige Gegenwehr untergingen.
Abwehr steht prima
Vor allem die Abwehr stand am Sonntagabend wieder prima. Acht Gegentore vor der Pause dokumentieren das. Dies ist ein klasse Wert. Ilija Abutovic und Jesper Nielsen machten die Mitte dicht, verhinderten immer wieder Anspiele an Kreisläufer Stepan Zeman. Und Torhüter Andreas Palicka unterstrich seine exzellente Form. Coburg war die bislang die schwächste Mannschaft, die sich in der SAP-Arena vorstellte, da hinterließ Mitaufsteiger TuSEM Essen einen wesentlich besseren Eindruck. Coburg hatte am Sonntagabend kein Erstliga-Niveau. Gegen Ende der ersten 30 Minuten versuchte es der Außenseiter mit dem siebten Feldspieler, ohne großen Erfolg.
„Das war ein guter Abschluss. Jetzt ist das verrückte Jahr vorbei. Es ist viel passiert, nicht nur Corona. Trainerwechsel, Saisonabbruch, Spiele ohne Zuschauer. Jetzt haben wir das hinter uns. Sportlich gesehen haben wir zwei Punkte zu viel liegen lassen. Was weh getan hat, waren die verlorenen Punkte in Hannover. Ansonsten finde ich, dass wir wieder einen guten Handball spielen“, bilanzierte Regisseur Andy Schmid.
Schwalb wechselt durch
Es waren anstrengende Wochen seit dem Saisonstart im September. Trainer Martin Schwalb wechselte deshalb wieder durch, gab allen Spielern seines Kaders nach der Pause Einsatzzeiten. Am einseitigen Spielverlauf änderte sich nichts, auch wenn die Gäste nun zu mehr Torerfolgen kamen, was daran lag, dass die Löwen-Abwehr nicht mehr mit der allerletzten Konsequenz agierte.
Es war Altmeister und Dauerbrenner Alexander Petersson, der im zweiten Durchgang durch seinen Elan auffiel und mit seinen ansatzlosen Würfen ins kurze Eck Coburg vor viele Probleme stellte. Die Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki trumpften auf.
Ende gut, alles gut?
Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Denn in den vergangenen Wochen waren die Löwen einfach zu wechselhaft. Großartige Leistungen wie beim 31:31 gegen die SG Flensburg-Handewitt wechselten sich mit einigen eklatanten Leistungsabfällen ab. „Wir haben gegen Coburg gezeigt, was eine Spitzenmannschaft zeigen muss. Nämlich von Anfang an zeigen, dass wir dieses Spiel gewinnen, dominieren wollen“, sagte Martin Schwalb. Sein Fazit? „Die Mannschaft entwickelt sich, sie präsentiert sich gut. Sie spielt einen guten Handball, kann den guten Handball aber nicht über alle Strecken zeigen.“ Kapitän Uwe Gensheimer meinte: „Wenn wir bedenken, wo wir herkamen aus der letzten Saison, dann spielen wir wieder den Handball, den wir uns vorstellen. Leider noch nicht konstant genug.“
Im Februar geht es weiter. Neben den deutschen Nationalspielern Uwe Gensheimer und Jannik Kohlbacher fahren nach Löwen-Angaben noch Andreas Palicka (Schweden), Alexander Petersson und Ymir Gislason (Island) sowie Romain Lagarde (Frankreich) zur Weltmeisterschaft nach Ägypten. Es waren schon mal mehr!
So spielten sie
Rhein-Neckar Löwen: Palicka (1), Späth (ab 42. und bei einem Siebenmeter) - Kirkelökke (2), Schmid (1), Nilsson (5) - Groetzki (5), Gensheimer (7/1) - Kohlbacher (3) - Abutovic, Nielsen (1), Gislason (2), Patrail (4), Petersson (5), Tollbring (1), Ahouansou (2)
HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum - Zettermann (1), Varvne (3), Neuhold (2) - Billek (8/2), Grozdanic (2) - Zeman (3) - Nenadic (2), Norouzinezhad, Kurch (1), Dettenthaler, Sproß (2)
Spielfilm: 4:1 (8.), 8:3 (13.), 10:4 (18.), 13:6 (22.), 17:7 (28.), 20:10 (33.), , 26:14 (41.), 30:17 (46.), 35:19 (52.), 36:21 (55.), 39:23 (58.) - Siebenmeter: 1/2 - Zeitstrafen: 3/4 - Beste Spieler: Groetzki, Gensheimer, Petersson, Palicka - Billek - Schiedsrichter: Hannes/Hannes (Aachen/Frankfurt).