Voltigieren
Chiara Congia: Zur Perfektion fehlt nicht mehr viel
„Wir wussten, dass es richtig, richtig gut war“, erinnerte sich Chiara Congia an den Moment, als sie und ihr Partner Justin van Gerven nach dem ersten Umlauf im Pas de Deux von Highlight abgesprungen waren und auf die Noten warteten. Es war sogar mehr als das, ihre Kür war fast perfekt. Richterin Helma Schwarzmann gab auf die Gestaltung die Höchstnote 10, auf der Tafel leuchtete die Gesamtnote 9,368 auf. Die höchste Bewertung, die das Paar in ihrer Laufbahn bekommen hat. Die Mission Titelverteidigung – 2019 gewannen sie in Alsfeld, 2020 war Corona-Pause – nahm Gestalt an, zumal sie das Weltmeisterpaar Janika Derks/Johannes Kay (Neuss) deutlich distanzierten.
Schreckmoment am Morgen
Am Sonntagmorgen schien die Mission gescheitert, als die 25-Jährige nach dem Flickflack-Abgang nach vorne kippte und in den Sand greifen musste. „Ich habe es ein bisschen spannend gemacht“, sagte die Psychologie-Studentin in Köln lachend. Schon zuvor war sie einmal von der Kruppe von Highlight (Longe: Alexandra Knauf) abgerutscht, im letzten Moment hatte sie van Gerven festhalten können. „Ich hatte den Absprung beim Flickflack nicht ganz so gut getroffen, bin irgendwo hängen geblieben“, berichtete sie. Der erste Gedanke nach dem Griff in den Sand: „Oh nee, das ist doch noch nie passiert. Das wird jetzt nichts mehr mit dem ersten Platz.“ Falsch gedacht, denn obwohl Derks/Kay sich auf 9,220 steigerten, konnten Congia/van Gerven einen kleinen Vorsprung retten. Am Ende hieß es 9,229 zu 9,205.
Die intensive und kurze Saison ist rum
„Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir mit dem Titel nach Hause gehen“, räumte Congia mit Blick auf den Sieg mit dem Team Norka ein. Denn erstmals war das Team wieder komplett. Rebecca Verlage, die sich vor der Sichtung zur Weltmeisterschaft am Fuß verletzt hatte, meldete sich zurück. „Wir hatten nach der Verletzung nicht gedacht, dass sie in dieser Saison noch einmal mitstartet“, sagte Congia. „Sie war aber immer im Training dabei, hat alles gemacht, was ging und hat viel dafür getan, schnell wieder fit zu werden. Wir haben uns megagefreut, dass wir in der ursprünglichen Besetzung wieder starten konnten.“ Nach dem ersten Start ist schon wieder Schluss, die intensiv kurze Saison ist vorbei. „Es könnte jetzt noch weitergehen. Mit dem Team hat es doch gerade erst angefangen“, sagte Congia lachend.