Fussball
Bundesliga-Kommentar: Rudel-Hunger und Dauer-Ärger
Das Rudel hat Hunger. Appetit auf die Champions League. Den fünften Pflichtspielsieg in Serie feierte der VfL Wolfsburg mit dem 2:0 in Augsburg, zum fünften Mal nacheinander blieb er ohne Gegentor. Tabellenplatz drei. Seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung vor 25 Jahren landete nur eines von sieben Teams mit 38 Zählern nach 20 Spieltagen nicht unter den ersten vier, der 1. FC Kaiserslautern 1999. „Wir sind gut unterwegs“, sagte Trainer Oliver Glasner lächelnd. Eine hübsche Untertreibung. Glasner hat eine ausgezeichnet harmonierende Einheit geformt, aus der aktuell neben dem eiskalten und teamdienlichen Torgaranten Wout Weghorst auch Ridle Baku heraussticht. Baku, 22 Lenze jung, hat sich in kürzester Zeit erstaunlich entwickelt. In Augsburg erzielte er als Rechtsverteidiger ein Tor (das vierte in dieser Runde), zwei weitere wurden ihm versagt. Hauchdünnes Abseits. Meldet Joachim Löw auf den Außenbahnen nicht immer mal wieder Bedarf an? Baku ist längst ein beachtenswerter Kandidat.
Fragen über Fragen
So kann es nicht weitergehen. Der Videobeweis versprach eine gerechtere Fußball-Welt. Dafür nahmen wir Spielunterbrechungen, Schiedsrichter, die auf Monitore starren, und beim Torjubel verhaltene Fans in Kauf. Aber der Samstag wirft wieder Fragen auf: Warum wurde das Handspiel von Leverkusens Timothy Fosuh-Mensa nach dem Schuss Sasa Kalajdzics nicht geahndet? Großes Fragezeichen. Warum kam aus dem Kölner Keller kein Hinweis, warum wurde die Szene nicht unter die Lupe genommen? Großes Fragezeichen. Die Stuttgarter sind zu Recht verstimmt. Es braucht endlich eine einheitliche Linie. Und zwar sofort. Der Fußball muss verständlich bleiben. Bis heute hat auch noch niemand verstanden, warum das Kölner 3:1 im Pokal gegen Regensburg nicht zählte.