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Bringsken-Schwestern bei Hallenrad-WM: Titelchancen bei 50:50
Dreimal Zweite, einmal Erste: Bei ihrer fünften WM-Teilnahme streben die Kunstradfahrerinnen Lena (24) und Lisa Bringsken (22) am Sonntag in Basel die Verteidigung ihres Titels im Frauen-Zweier an, den sie vor Jahresfrist in Lüttich gewannen. „Ich sehe unsere Chancen bei 50:50“, sagte Lena Bringsken, die Ältere und die Unterfrau des Schwesternduos, beim Abschlusstraining in der Heimat.
Seit gestern weilen sie mit der Nationalmannschaft in Basel, wo von morgen bis Sonntag zum zweiten Mal nach 2013 die WM in der St. Jakobs-Halle stattfindet.
Rund 15 Auftritte im so genannten Regenbogentrikot der Weltmeisterinnen hatten die beiden Schwestern, die für den RCV Böhl-Iggelheim starten. „Es hat richtig Spaß gemacht. Wir fanden, es sah sehr gut aus“, bilanziert Lena Bringsken das Jahr. „Wir konzentrierten uns auf die Wettkämpfe und auch auf den Ausgleich zwischen Training, Beruf und Freizeit“, erzählte sie. Es noch einmal für ein Jahr zu holen, fände Lisa Bringsken „nicht schlecht. Dann müssten wir keine neuen Trikots kaufen“, sagte sie grinsend. Die Auszubildende in Physiotherapie an der BG Unfallklinik war gerade von der Schule gekommen, die bis 18 Uhr ging: „Ich bin froh, dass ich gerade keine Prüfungen habe.“ Lena, die Fertigungsplanerin bei Mann+Hummel, schaute auf die Uhr, sie hatte noch etwas vor an diesem Abend. „Ja, es ist alles ein bisschen stressig“, gab Lisa zu, und auch Mama und Trainerin Katja Elmer stimmte ein: „Ich gehe ja auch arbeiten. Aber hätten wir keinen Spaß, würden wir es nicht machen“.
Bei der Generalprobe in Erlenbach letzten Samstag bauten sie zwei ungeschickte Fehler in die Kür ein, die viele Punkte kosteten, „aber die anderen 23 Übungen waren top, das lässt hoffen“, sagte Lena. Einen kleinen Motivationsschub nahmen sie nach Basel mit, die Nominierung zur Sportlerwahl in Rheinland-Pfalz. „Damit haben wir nicht gerechnet, das hat uns sehr gefreut“, bekannte Lena.
Weitere drei WM-Starter trainieren in Iggelheim
Am Montagabend trainierten in der Turnhalle der Peter-Gärtner-Schule in Böhl-Iggelheim neben den Bringsken-Schwestern drei weitere WM-Teilnehmer von Basel, die alle im RCV Mitglied sind, aber für ihre Heimatvereine starten. Laura Bruder (20) kommt aus der Schweiz, aus der Nähe von Zürich, und studiert im 1. Semester Unternehmensjura in Mannheim. „Ich hatte vom Verein und den Trainingsmöglichkeiten gehört, das erleichterte mir den Schritt nach Mannheim“, sagte die WM-Debütantin im Einer. Im Zweier war sie vor zwei Jahren schon Vierte. Vielleicht kann sie am Samstag in die Medaillenränge fahren.
Aus Öhringen kommen die Weltmeister im Zweier der offenen Klasse: Serafin Schefold, der in Mannheim studiert, und Max Hanselmann, der bei der Firma Hildebrand in Haßloch arbeitet. „Wir trainieren unter der Woche hier und in Speyer, das sind optimale Bedingungen“ sagte Hanselmann. Sein „Co“, „Sea“ gerufen, hatte sich vor sieben Wochen am rechten Fuß verletzt, doch die beiden können die Titelverteidigung angehen: Härteste Konkurrenten: die vierfachen Weltmeister André und Benedikt Bugner aus Klein-Winternheim.
Die WM beginnt morgen mit der Entscheidung im Vierer. Der VfH Worms gibt dabei sein WM-Debüt. Nora Erbenich, Sabrina Born, Annika Furch und Hannah Rohrwick haben mit 230,40 Punkte sieben Punkte weniger aufgestellt als die Schweiz. Das heißt: Die Entscheidung ist offen.