1. FC Kaiserslautern
Boyd und Redondo treffen: FCK gewinnt Derby gegen KSC
Dirk Schuster spricht gerne in Bildern. Da fallen dann Schmonzetten wie „Tinnitus im Auge“ oder „Knack- und Back-Spiel“. Vor dem 62. Derby gegen den Karlsruher SC sagte der Trainer des 1. FC Kaiserslautern, dass sich seine Mannschaft gerne noch etwas Winterspeck anfuttern würde. Ja, und dass sein Team Vollgas ins Fritz-Walter-Stadion bringen und alle mitreißen wolle.
Nun, das Gaspedal drückte der FCK, der mit Daniel Hanslik für Redondo und Philipp Hercher für Aaron Opoku begann, nicht zwingend durch. Es ging eher gemächlich zu – vor und nach der Halbzeit. Der Karlsruher SC hingegen hatte früh einen Gang hochgeschaltet. Die Badener spielten mutig, druckvoll. „Wir haben das Spiel dominiert“, sagte KSC-Kapitän Jerome Gondorf, „aber nach vorne ging nichts.“ Dabei lief das Spiel zum großen Teil in eine Richtung, in die des FCK-Tores. Und: Die Badener kamen nicht gerade mit einer breiten Brust auf den Betzenberg. Fünf Pflichtspielniederlagen hintereinander rauben einer gestandenen Mannschaft schon mal das Selbstbewusstsein.
Boyd nutzt erste FCK-Chance
Sollte man meinen. Der KSC spielte keineswegs ohne Selbstvertrauen. Er hatte auch die besseren Chancen. Fabian Schleusener stand einschussbereit nach einem Pass von Philip Heise. Aber Lauterns Robin Bormuth ging dazwischen (20.). Direkt danach parierte der starke Andreas Luthe einen Schuss des emsigen Marvin Wanitzek. Lautern war in dieser Phase im Rückwärtsgang. Malik Batmaz tauchte plötzlich frei vor Luthe auf, spitzelte den Ball aber übers Tor (26.). Der KSC fuhr in dieser Phase des Spiels auf der Überholspur. Nur kamen die Badener nicht am Ziel an.
Das aber gelang dem FCK. Aus dem Nichts erzielte Terrence Boyd das 1:0 (34.). Er drückte eine scharfe Hereingabe von Marlon Ritter über die Linie. Es war eine durchaus glückliche Führung bis dahin, da der FCK zu passiv agierte. Von Vollgas und mitreißendem Fußball war nichts zu sehen. „Wir wollten hinten zu null spielen“, sagte FCK-Kapitän Jean Zimmer. Das wäre beinahe in die Hose gegangen. Denn der Kopfball von KSC-Spielmacher Wanitzek senkte sich gefährlich, aber Luthe lenkte diesen noch über die Latte (37.). Eine klasse Aktion des 35 Jahre alten Keepers.
Fehlerfreier Luthe starker Rückhalt
Luthe bekam auch in der zweiten Halbzeit einiges zu tun. Der Torwart war ein großer Rückhalt. Nicht nur er. Auch die Defensive des FCK stand gegen den KSC sehr gut. Tomiak und Bormuth räumten in der Zentrale nahezu alles ab, warfen sich in die Schüsse. Davor agierte Marlon Ritter stark. Er leitete beide Tore ein und war auch so etwas wie die Konstante im Spiel. Die blassen Philipp Klement und Terrence Boyd mussten raus. Dafür kamen Lobinger und Redondo, zudem etwas Schwung. Und, wie sich später herausstellen sollte: die Entscheidung für den FCK.
Denn es war wieder Lautern, das traf. Der eingewechselte Aaron Opoku passte nach Ritter-Zuspiel von weit rechts draußen in die Mitte. Dort rauschte Redondo heran und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie (88.).
Schuster: KSC war spielerisch klar besser
„Der KSC war spielerisch die klar bessere Mannschaft, wir waren zu schlampig im Passspiel“, sagte Dirk Schuster. Seine Mannschaft habe ein klares spielerisches Untergewicht gehabt. „Wir sind nach 20 Minuten unter Druck geraten. Es war ein Spiel ohne große Chancen. Das 1:0 spielte uns in die Karten“, kommentierte Schuster. Er lobte die kämpferische Komponente seiner Spieler: „Sie haben alles gebracht“, sagte Lauterns Coach.
Karlsruhes Trainer Christian Eichner sprach von einem Spiel, das sich nicht gut angefühlt habe. „Der FCK hat extrem gut verteidigt und war effektiv. Sie gehen mit ihrer ersten Chance in Führung“, sagte er.
So spielten sie
1. FC Kaiserslautern: Luthe (Note: 2,5) - Zimmer (3,5), Bormuth (2,5), Tomiak (3), Schad (4) - Ritter (2,5), Niehues (3; 54. Ciftci/4) - Hercher (4; 82. Wunderlich), Klement (4,5; 60. Redondo/3), Hanslik (4; 82. Opoku) - Boyd (3,5; 60. Lobinger/4)
Karlsruher SC: Gersbeck - Thiede (60. Jung), Franke (81. Kaufmann), Kobald, Heise - Gondorf, Breithaupt (81. Arase) - Choi (46. Nebel), Wanitzek - Batmaz (61. Rapp), Schleusener
Tore: 1:0 Boyd (34.), 2:0 Redondo (88.) - Gelbe Karten: Boyd (3) - Choi, Franke (4), Breithaupt (2) - Beste Spieler: Ritter, Luthe, Bormuth - Wanitzek, Gondorf - Zuschauer: 43.852 - Schiedsrichter: Schröder (Hannover).
