1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Boyd beendet die Erfolglosserie des FCK

Die Führung: Terrence Boyd (Mitte, rotes Trikot) hat den Ball per Kopf Richtung Rostocker Tor gewuchtet. Torwart Kolke patzt.
Die Führung: Terrence Boyd (Mitte, rotes Trikot) hat den Ball per Kopf Richtung Rostocker Tor gewuchtet. Torwart Kolke patzt.

Der Abwärtstrend ist gestoppt. Nach sieben Spielen ohne Sieg gewinnt der 1. FC Kaiserslautern wieder. 2:0 (0:0) bezwingen die Roten Teufel den stark ersatzgeschwächten FC Hansa Rostock. Terrence Boyd sorgt dafür, dass der FCK den Abstand zu den Nordostdeutschen in der Tabelle vergrößert. Dirk Schusters Wunsch wird erfüllt.

Der Weg aus der Pfalz nach Rostock ist doch etwas beschwerlich. Um die 800 Kilometer mussten die rund 1300 FCK-Fans auf sich nehmen, um am Freitagabend das weitest entfernte Auswärtsspiel des Zweitliga-Aufsteigers zu sehen. In der Stadt wachten überall Polizisten, sie mahnten die Lauterer Anhänger zur Vorsicht. Man solle doch bitte nicht unbedingt in FCK-Kluft umherschlendern. Es seien Rostocker Fanspäher unterwegs, sagte ein Polizist, und die würden umgehend herumtelefonieren, damit der Rest des Rostockers Anhangs anstürmt – um dann Auseinandersetzungen zu provozieren. Rostocker Fans gelten seit ehedem als reichlich gewaltbereit.

Zu Zwischenfällen ist es rund um das Ostsee-Stadion nicht gekommen. Auf dem Platz waren die Höhepunkte zunächst rar gesät. Beide Mannschaften, bekannt für ihre robuste Spielweise, beharkten sich. Der FCK hielt dagegen. Das war angebracht. Ja, und auch das probate Mittel.

Luthe ist früh hellwach

Rostock musste auf zehn Spieler verzichten. Der personelle Aderlass machte sich jedoch zumindest in der ersten Halbzeit kaum bemerkbar. Die Gastgeber begannen elanvoll. Haris Duljevic prüfte gleich mal Andreas Luthe im FCK-Tor (4.). Der war auf der Hut und lenkte den Schuss zur Ecke. Die Hansa-Anfangswelle ebbte nach einer Viertelstunde ab. Allerdings kam der FCK nicht so recht in Tritt. Im Vorwärtsgang lief wenig. Philipp Klement trabte mehr über den Platz, als dass er das Offensivspiel an sich riss. Das sollte sich aber etwas ändern. Lauterns Aktionen nach vorne blieben in den ersten 45 Minuten überschaubar. Jean Zimmer, der von Beginn an auf der rechten Seite begann, gab den ersten Schuss ab (25.). Kenny Redondo hatte die Führung auf dem Fuß. Seinen ersten Versuch hielt Markus Kolke, und auch den Nachschuss Redondos parierte der Hansa-Torwart (30.). Redondo war es auch, der drei Minuten später aus 16 Metern eine Chance vergab. Doch der Schuss mit dem schwächeren Fuß war dann doch zu harmlos.

Rostock ließ sich von dem Strohfeuer der Gäste nicht beirren. Der FCK wankte in der Defensive ab und an. Kevin Kraus war zu Hause geblieben, weil er sich den Fuß verdreht hatte. Für ihn rückte Zimmer ins Team. Robin Bormuth und Boris Tomiak bildeten die Innenverteidigung.

Mit dem 0:0 zur Pause ordentlich bedient

Auch wenn die erste Halbzeit nicht gerade berauschenden Fußball bot – aus Sicht des FCK gab es dennoch einen positiven Aspekt: Er lag nicht zurück. Die 45 Minuten wirkten wie eine ausgedehnte Aufwärmphase. Fortan bestimmten die Roten Teufel die Partie, Philipp Klement kurbelte jetzt das Offensivspiel an. Und dann war es Terrence Boyd, der aus dem Nichts das 1:0 köpfte (67.). Klements Freistoß wuchtete er aufs Tor, die Kugel kullerte durch die Beine des bis dahin guten Kolke. „Wir haben es ordentlich verteidigt, und vorne hat heute das Glück geholfen“, sagte Jean Zimmer später.

Die Führung beflügelte den FCK. Der Aufsteiger schnürte den Gastgeber in dessen Hälfte ein. Boyd entpuppte sich nach einem Ritter-Befreiungsschlag als eiskalter Vollstrecker und erhöhte auf 2:0 (82.). So erfüllte sich auch der Wunsch des Trainers Dirk Schuster: Er wollte den Heimflug mit einem guten Gefühl antreten. „Wir sind sehr einverstanden damit, dass wir nach langer Leidenszeit wieder ein Spiel gewonnen haben“, sagte Schuster.

Hansa Rostock: Kolke - Ananou, van Drongelen, Meißner (82. Strauß), Schumacher - Dressel, Rhein (64. Thill) - Pröger (78. Munsy), Duljevic (64. Lee), Fröling (64. Schröter) - Hinterseer

1. FC Kaiserslautern: Luthe - Durm, Bormuth, Tomiak, Zuck - Niehues, Ritter (83. Ritter) - Zimmer (75. Hercher), Klement (75. Wunderlich), Redondo (83. Hanslik) – Boyd (89. Lobinger)

Tore: 0:1 Boyd (67.), 0:2 Boyd (82.) - Gelbe Karten: Schumacher (2), Hinterseer - Tomiak (4), Klement (3) - Beste Spieler: Schumacher, Ananou - Boyd, Tomiak - Zuschauer: 25.000 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Kampka (Mainz).

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