Fußball
Aufgegeben hat sich beim SV Morlautern noch niemand
„Gefühlte Meisterschaft“, so bezeichnete Daniel Graf den Klassenverbleib und brachte damit zum Ausdruck, was das Drinbleiben für den Außenseiter Morlautern in dieser für ihn hohen Liga bedeutet. Doch in dieser Spielzeit ist von der Underdog-Mentalität, es „den Großen“ zeigen zu wollen, nicht mehr viel zu spüren.
Eine nicht enden wollende Niederlagenserie hat das Team von Trainer Graf auf den letzten Tabellenplatz abrutschen lassen – mit mickrigen drei Punkten mittlerweile meilenweit entfernt von den sorgenfreien Plätzen. Es sieht also nicht gut aus mit der dritten „gefühlten Meisterschaft“.
Noch nicht am Limit
Warum aber dieser Absturz? Coach Graf spricht von einem „Sammelsurium von Gründen“. So habe seine Mannschaft in den vergangenen beiden Runden „am Limit“ gespielt und so „das Optimum“ ihrer Möglichkeiten erreicht. Das sei in dieser Saison anders. Vom Spielen im „roten Bereich“ könne keine Rede mehr sein. „Die Form stimmt nicht“, stellt der 47 Jahre alte Ex-Profi lakonisch fest und hat dabei vor allem die früheren Leistungsträger im Blick.
Was der Mannschaft bisher ganz abgeht, ist die Fähigkeit, für Überraschungen zu sorgen. Was waren das für Feste in den vergangenen zwei Spielzeiten, als die Graf-Truppe den großen Nachbarn vom Betzenberg bezwingen konnte. Diese Siege brachten nicht nur „Bonuspunkte“. Sondern auch viel Selbstvertrauen. Welch traurige Vorstellung bot der SVM dagegen diesmal im Duell mit der U21 des 1. FC Kaiserslautern. Anfang der zweiten Hälfte sah es für die Morlauterer nach einem zweistelligen Desaster aus. Am Ende durften sie froh sein, dass es „glimpflich“ für sie ausgegangen war, sie „nur“ 1:6 verloren hatten.
Die Gegentorflut
Immer wieder diese hohen Niederlagen. Mit 36 Gegentreffern stellen sie die schlechteste Abwehr der Liga. Das Fehlen eines defensiven Mittelfeldspielers, der nur annähernd die Klasse von Markus Happersberger oder Yvan Kenmo hätte, die früher auf dieser Schlüsselposition agierten, ist ein Grund für die aktuellen Defensivprobleme. Aber auch haarsträubende Aktion der Verteidiger spielen eine Rolle.
Der Torjäger braucht Zeit
Auch im Sturm tut sich wenig. Marc Knapp, der aus den Niederungen der B-Klasse zum SVM kam und in seiner ersten Oberligasaison fantastische 15 Tore schoss, hat in dieser Runde noch nicht getroffen. Er verletzte sich früh, musste lange pausieren und kam zuletzt in der zweiten Halbzeit zu Kurzeinsätzen. „Ich brauche noch Zeit“, sagt der Stürmerhüne. Ja, aber seine Mannschaft braucht dringend Tore, und zwar schnell.
Mit dem von Daniel Graf angekündigten „Turnaround“ will es einfach nicht klappen. Zuletzt kassierte sein Team gegen Schott Mainz die zehnte Niederlage im elften Ligaspiel. Aber der SVM spielte gegen den starken Gegner engagiert und hatte auch bemerkenswert gute Phasen. Der Auftritt machte Mut für das Spiel am Freitagabend beim TuS Mechtersheim. Aufgegeben haben sich die Morlauterer noch nicht.