Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia Ludwigshafen in der Krise: „Der Abstiegskampf trifft uns unerwartet“

Yakub Polat (links) und Arminia Ludwigshafen haben in neun Partien bislang nur vier Punkte geholt.
Yakub Polat (links) und Arminia Ludwigshafen haben in neun Partien bislang nur vier Punkte geholt.

Die Lage für Arminia Ludwigshafen ist prekär wie seit vielen Jahren nicht. Aus neun Partien gab es nur vier Punkte, sodass dem FCA zum zweiten Mal nach 2017 der Abstieg droht.

Das Duell der beiden punkt- und torgleichen Tabellen-17., das am Mittwoch beim FV Eppelborn ausgetragen wird, ist fast schon ein Endspiel. „Wir müssen nicht lange um den heißen Brei herumreden. Dieses Spiel muss gewonnen werden“, sagt Trainer Matteo Monetta. Der 41 Jahre alte frühere Regional- und Oberligaspieler hat nach drei Spieltagen das Amt von Chris Chorrosch beim FC Arminia Ludwigshafen übernommen. Die Talfahrt konnte er nicht stoppen. Dem 1:0-Sieg gegen Dudenhofen zum Einstand folgten fünf Begegnungen, in den die Arminia nur einen Punkt holte. Beim TuS Koblenz gab es am vorigen Samstag eine 0:5-Pleite.

Monetta, ein positiv Fußballverrückter, der mit Empathie, Fachwissen und Fleiß überzeugt, hat es schwer. „Einigen Spielern fehlt die Fitness. Nicht läuferisch, aber bei intensiven Partien ist das in den Zweikämpfen festzustellen. Das führt auch zu vielen Muskelverletzungen“, berichtet der Coach. Aktuell fallen sieben Spieler aus, viele schon seit Wochen. Einen richtigen Konkurrenzkampf gibt es kaum, dem Spiel fehlen die Überraschungsmomente, kein anderes Team trifft seltener als die Arminia (neunmal). „Die Leistung in Koblenz war in keinem Bereich akzeptabel. Das war erschreckend schwach, und es war ein Klassenunterschied festzustellen“, kritisiert Sportchef Markus Impertro.

„Heilsbringer“ kommt zur Rückrunde

Die Situation für Monetta ist nicht einfach. Der FCA ist seine erste Trainerstelle. Und zur Rückserie kommt Marco Laping, Monetta rückt ins zweite Glied. Der 47-jährige Laping hat die Arminia schon dreimal in der Oberliga trainiert, 2024 vor dem Abstieg bewahrt und gilt als Heilsbringer, für den die Arminia eine Herzensangelegenheit ist. Dass der als Leiter einer Firma in der Sportartikelbranche tätige Laping nicht früher kommt, hängt mit beruflichen Verpflichtungen zusammen. Wenn er es ermöglichen kann, ist er bei den Spielen und im Training dabei. Mit Monetta gibt es einen regen Austausch. „Diese Konstellation ist mit allen Beteiligten besprochen“, erklärt Impertro.

An Monetta ist die heikle Situation nicht festzumachen. „Mit der Arbeit von Matteo sind wir sehr zufrieden. Er versucht alles, um eine Trendwende herbeizuführen, ist unglaublich engagiert“, betont Impertro. Wer sich im Mannschaftskreis umhört, bekommt Ähnliches zu hören. „Matteo macht einen richtig guten Job“, sagt stellvertretend Mittelfeldspieler Kevin Selzer.

Abstiegskampf ist angesagt

Vielleicht wurde die gute Phase in der Rückserie mit zwölf Partien ohne Niederlage überschätzt. Der Abgang von Spielmacher Nico Pantano wurde nicht im Ansatz kompensiert, die Zehnerposition bleibt verwaist. Die Verantwortlichen hoffen darauf, dass die talentierten jungen Spieler größere Entwicklungsschritte machen und die „Alten“ ihrer Führungsrolle gerecht werden. „Der Abstiegskampf trifft uns unerwartet. Da haben wir nicht im Traum daran gedacht“, räumt Impertro ein. Doch realistisch gesehen geht es für den FCA um nichts anderes mehr als in der Liga zu bleiben. Das wird schwer genug.

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