Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Alex Vogel: Vom TV-Experten zum Sportchef bei den Academics in Heidelberg

Alex Vogel
Alex Vogel

Mit vielen Veränderungen starten die MLP Academics Heidelberg in die neue Bundesliga-Spielzeit. Das Risiko ist bewusst gewählt.

Die Leidenschaft von Alex Vogel für Basketball ist riesig, und ohne die Unterstützung seiner Frau könnte er sie nicht ausleben. „Ich habe eine Frau, die eine große Hilfe ist“, sagt der 31-Jährige, und in seiner Stimme schwingt Dankbarkeit mit.

In den zurückliegenden Monaten musste die Ehe in manchen Bereichen zurückstehen, weil Vogel in seiner Rolle als Architekt des Basketballs in Heidelberg gefordert war. „Es ging oft morgens um sechs Uhr mit den ersten Telefonaten los und endete am späten Abend“, berichtet der Sportliche Berater von der Zeit zwischen dem letzten Pflichtspiel des Heidelberger Bundesligisten in der abgelaufenen Saison im April und dem Start der Vorbereitung auf die neue Spielzeit am Montag.

Alles auf links gedreht

Vogel hatte viel zu tun, denn die Heidelberger entschlossen sich nach dem ersten Jahr in der Bundesliga für einen kompletten Umbau. Beinahe alle Leistungsträger verließen den Klub, außerdem wurde der langjährige Trainer Branislav Ignjatovic durch den Finnen Joonas Iisalo ersetzt. Zusätzlich tüftelten die Verantwortlichen an einer Neuausrichtung des Nachwuchsbereiches und einer Verbreiterung des Trainerstabes. Kurzum: Beinahe alles wurde bei den MLP Academics Heidelberg auf links gedreht.

Dabei hätten es sich die Macher der Academics leichter machen und die Strukturen weitgehend beibehalten können, die ihnen den Aufstieg und den letztlich souveränen Klassenverbleib gesichert hatten. Der Ansatz von Alexander Vogel ging aber über den Erhalt des Status Quo hinaus.

Das sportliche Ziel bleibt unverändert

„Wir sind uns dessen voll bewusst, dass es ein Risiko ist, so viel zu verändern, aber Risiken gehören zum Leben dazu“, sagt Vogel: „Wir waren uns im Verein einig, dass es Veränderungen bedarf, um nächste Schritte gehen zu können.“ Kurzfristig ist das sportliche Ziel unverändert, die Heidelberger wollen den Ligaerhalt in der Basketball-Bundesliga (BBL) schaffen. Dafür soll Coach Iisalo sorgen, der als Co-Trainer mit seinem Bruder Tuomas in Bonn beachtliche Erfolge hatte. Mit schnellem, athletischem Teambasketball soll Iisalo nach Vogels Wunsch die nötigen Siege einfahren, um die Academics weiter in der BBL zu etablieren.

Vogels ungewöhnlicher Weg

Gelingt dieses Unterfangen, wäre bewiesen, dass der Weg von Alexander Vogel ungewöhnlich, aber richtig war. Der gebürtige Heidelberger, der für den USC Basketball spielte und BWL sowie Sportmanagement studiert hat, machte sich zunächst als TV-Experte bei Streamingdiensten einen Namen, ehe er eine Funktion bei einem Klub übernahm. Zumeist ist der Weg andersherum, indem Funktionäre als TV-Experte arbeiten.

Zunächst will Vogel beide Tätigkeiten parallel ausüben. „Ich bin bekloppt genug, dass ich beiden Aufgaben zu 100 Prozent gerecht werden kann“, sagt Vogel – und dankt gedanklich nochmals seiner Frau.

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