Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler-Zugang Cramarossa: Tor, Vorlage, Schlägerei

Handgreiflichkeit: Disput zwischen Adler Joe Cramarossa (rechts) und Spencer Machacek.
Handgreiflichkeit: Disput zwischen Adler Joe Cramarossa (rechts) und Spencer Machacek.

Zehn Spiele in drei Wochen – das Programm der Adler Mannheim ist hart. Einen knallharten Spieler verpflichtete der Klub Mitte Januar in Joe Cramarossa. Nun gab der Kanadier eine Kostprobe.

Matthias Plachta, Nigel Dawes und Borna Rendulic – mit gleich drei angeschlagenen Spielern hatten die Adler Anfang Januar die Heimreise aus Straubing angetreten. Dawes fehlt den Mannheimern mit der dabei davongetragenen Verletzung bis heute. „Ich war mit dem Spiel dort nicht glücklich“, umschreibt Stewart seine Gefühlslage und meint damit das harte, oft auch überharte Spiel der Gastgeber. Respekt hat er vor der Aufgabe am Sonntag, 16.30 Uhr, allemal: „Straubing ist die beste Heimmannschaft der Liga.“ Eines der Ergebnisse dieser Partie war die Verpflichtung von Joe Cramarossa, der dem Gegner mit seiner Spielweise ebenfalls unter die Haut gehen soll und seit Mitte Januar in Mannheim ist. „Ich fühle mich jeden Tag ein bisschen besser“, erklärte der 30 Jahre alte Kanadier, der für seine Härte auf dem Eis ebenso verpflichtet wurde, wie für seine technischen Fähigkeiten.

15 Jahre lang gelang niemand der spezielle Hattrick

Alles zusammen demonstrierte er beim Heimsieg der Adler gegen Wolfsburg, in dem ihm ein inoffizieller „Gordie-Howe-Hattrick“, bestehend aus Tor, Vorlage und einem Faustkampf mit großer Bankstrafe gelang. „Unser Betreuer hat mir hinterher erzählt, dass ich in den letzten 15 Jahren der erste Adler bin, dem das gelungen ist“, sagte Cramarossa lachend. Dass er in diesem Faustkampf gegen Spencer Machacek den Kürzeren gezogen hatte, nahm er gelassen: „Ich wusste nicht, dass er ein Rechtsausleger ist.“ Für diese Art der Vorbereitung auf die Gegner in Deutschland sei bislang noch keine Zeit gewesen. Ansonsten fühlt er sich aber nach gut einem Monat bestens in der Region aufgehoben. „Ich war am ersten freien Tag in Heidelberg“, verriet er. Der nächste Ausflug werde ihn wohl nach Straßburg führen.

Zehn Spiele in drei Wochen

Bis zum nächsten freien Tag muss er sich aber noch ein wenig gedulden. „Wir haben in den kommenden drei Wochen zehn Spiele“, verwies Stewart auf den eng getakteten Spielplan der Mannheimer bis zum Ende der Vorrunde. Er würde sich wünschen, dass er dafür seinen gesamten Kader zusammen hat. Das war in dieser Spielzeit schließlich noch nicht all zu häufig der Fall. Und auch in Straubing müssen die Mannheimer wieder improvisieren, fallen David Wolf und Jordan Szwarz definitiv aus. In welcher Verfassung Arno Tiefensee, Tim Wohlgemuth, Fabrizio Pilu und Taro Jentzsch, sowie der für Italien aktive Thomas Larkin von der Länderspielpause zurückkehrten, musste Stewart gestern noch abwarten. Nigel Dawes fehlt den Mannheimern ebenso noch, wie Lean Bergmann. Immerhin könnte wenigstens der 24-Jährige bald wieder mit auf dem Eis stehen, absolvierte am Freitag eine Dreiviertelstunde Zusatztraining, lag am Ende erschöpft auf dem Eis. Ein Einsatz am Sonntag komme aber zu früh. „Ziel ist die kommende Woche“, kündigte er an.

Gegen Straubing sind daher die Angreifer Luca Tosto oder Simon Thiel eine Option, die beide gerade bei Kooperationspartner Heilbronn Spielpraxis sammeln sollen. „Wir denken darüber nach“, verriet Stewart. Ausschlaggebend seien aber grundlegende Überlegungen. „Es würde in ihrer Entwicklung nicht weiterhelfen, wenn sie bei uns auf der Bank sitzen.“ Lieber verlässt er sich in dem schweren Auswärtsspiel auf die bewährten Kräfte – und auf Joe Cramarossa.

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