Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler-Supertalent Stützle ist seinem Traum ganz nah

Ab sofort kein Adler mehr: Tim Stützle.
Ab sofort kein Adler mehr: Tim Stützle.

Wenn das kein Stimmungsaufheller war. Und da er sich jetzt eh schon mal in Kanada aufhielt, als Kapitän der deutschen U20-Nationalmannschaft, fügte es sich ja doppelt gut. Wenige Stunden nach der brutalen 2:16-Klatsche der ersatzgeschwächten deutschen Eishockey-Junioren gegen den WM-Gastgeber unterschrieb Tim Stützle, Supertalent der Adler Mannheim, seinen NHL-Einstiegsvertrag mit den Ottawa Senators.

Scheinbar eine Formalie, aber eben doch der nächste große Schritt auf dem Weg zu einer noch größeren Karriere in der besten Eishockey-Liga der Welt. Ein Adler ist Stützle ab sofort nicht mehr: Der laufende Vertrag wurde aufgelöst.

Während sich der gut erzogene 18-Jährige demütig gab („Ich freue mich riesig und kann es immer noch nicht richtig glauben“), flocht ihm sein neuer Klub schon einen beachtlichen verbalen Lorbeerkranz. „Tim verfügt über eine außergewöhnliche Mischung aus Schnelligkeit und Geschicklichkeit sowie über eine Spielmacherfähigkeit, die unsere Fans noch einige Jahre lang genießen werden“, sagte Pierre Dorion, der General Manager der Ottawa Senators. Der Klub erwarte, „dass er ein wichtiger Bestandteil unseres Kaders wird“. Das ist mal eine Aussage.

Vergleiche mit Draisaitl

Wenn einer im Draft, der alljährlichen Talente-„Lotterie“, wie einst Leon Draisaitl bereits an dritter Stelle gezogen wird wie Stützle Anfang Oktober, dann schürt das natürlich Erwartungen. „Eine riesengroße Ehre“ sei es, bereits mit Draisaitl, dem derzeit nominell besten Spieler der NHL und Sportler des Jahres in Deutschland, verglichen zu werden, bekannte Stützle schon kurz vor dem Draft. „Aber eine solche Karriere muss man erstmal hinlegen“, weiß er auch. Dazu kommt: Über ein Jahr vor ihm zog es bereits ein Mannheimer Ausnahmetalent nach Nordamerika – Verteidiger Moritz Seider, immerhin an Position sechs von den Detroit Red Wings gezogen. Er verbrachte seine erste Saison noch komplett im Farmteam.

Doch auch bei Seider dürfte es bis zum NHL-Debüt nur eine Frage der Zeit sein. Beider Ausbildungsklub darf sich jedenfalls erneut einen Schulterklopfer erteilen. An der Seite zweier ausgebuffter Adler-Profis wurde das überbordende Talent Stützles in nur einer Saison um wesentliche Faktoren veredelt. Von Ben Smith nahm der 18-Jährige Spielintelligenz, taktische Finesse sowie Mannschaftsdienlichkeit mit. Und von Tommi Huhtala die Schlitzohrigkeit, die Stützle vor den Augen der NHL-Scouts glänzen ließ. Prognose auch deshalb: Der Vorschusslorbeer wird nicht welk.

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