Eishockey
Adler Matthias Plachta: Eine Art Trainer auf dem Eis
Zumindest Matthias Plachta hatte am Freitag bei dem mühsamen Erfolg gleich dreifach Grund zur Freude.
Inzwischen hat sich in der DEL herumgesprochen, dass sich die Adler gegen tiefstehende Mannschaften schwertun. So war es auch gegen die Eislöwen. Nur im ersten Abschnitt war dabei ein Klassenunterschied zwischen dem Aufsteiger aus Dresden, der seine Premiere in der SAP-Arena feierte und deshalb vielleicht zu Beginn noch ein wenig beeindruckt war, und dem Titelaspiranten aus Mannheim, auch wenn bei den Adlern dies selbstverständlich niemand so selbstbewusst formulieren würde.
Im Gegenteil. Man wolle alle Spiele mit viel Demut angehen und sich jeden Tag ein wenig verbessern, lautet ja die Vorgabe von Trainer und Sportmanager Dallas Eakins.
Plachta wusste von nichts
So gelang zumindest der Start ins Spiel, auch wenn es bis zur achten Minute dauerte, ehe Routinier Matthias Plachta von rechts ins Dresdner Drittel einfuhr, in die Mitte zog und mit einem trockenen Handgelenkschuss aus der Halbdistanz in den linken Winkel Torhüter Janik Schwendener keine Chance ließ. Es war Plachtas 200. DEL-Treffer – und alle im Trikot der Adler. „Ich wusste nicht, dass es mein 200. Tor war. Das habe ich erst durch die Stadiondurchsage erfahren“, verriet der 34-Jährige, der seinen Vertrag in Mannheim während der Woche um ein weiteres Jahr verlängert hat. Plachta sei nicht nur eine feste Größe im Kader, sondern „es ist toll, dabei zuzusehen, wie er schießt“, lobte Eakins.
Und weil es so schön war, wiederholte der Flügelstürmer den Bewegungsablauf mit einer Kopie seines Führungstreffers (15.), allerdings versenkte er den Puck dieses Mal im rechten Torwinkel. „Er ist mittlerweile eine Art Trainer auf dem Eis und gibt seine Erfahrung an unsere jungen Spieler wie Proske und Heim weiter“, schwärmte Eakins.
Man bekommt nichts geschenkt
Eine wichtige Weisheit hat der Routinier ohnehin verinnerlicht: „Man bekommt in dieser Liga nichts geschenkt und muss um jeden Punkt kämpfen“, betonte er. Das spürten die Gastgeber in den folgenden 40 Minuten der Partie.
Denn nach dem etwas überraschenden Anschlusstreffer durch Ex-Adler Austin Ortega (19.) verhinderte oft nur eine Menge Dusel den Ausgleichstreffer. So stellte erst Kristian Reichel mit seinem Schuss ins leere Tor (60.) die Punkte für die Mannheimer sicher. Der Trainer hofft auf einen Lerneffekt. „Wir haben nach dem ersten Drittel unseren Spielplan verlassen und Probleme bekommen. Das ist gut für uns, wenn wir daraus lernen“, sagte der Pädagoge Eakins.
Allerdings hatte seine Mannschaft diesen Spielverlauf schon am vergangenen Sonntag gegen Wolfsburg, eine weitere Mannschaft vom Tabellenende. Auch dieses Spiel endete 3:1. Ein Lerneffekt war eine Woche später gegen Dresden nicht wirklich erkennbar.
Und so mischte sich bei Matthias Plachta auch eine Menge Erleichterung über den Sieg und seine Tore Nummer 200 und 201. Wichtig sind ihm solche Statistiken nicht. Das gilt auch für den nächsten Meilenstein. Denn noch fehlen Plachta drei Vorlagen für den 500. Scorerpunkt. In der aktuellen Form ist dieses Zwischenziel nicht mehr weit entfernt. Eine Bedeutung habe das für ihn aber nicht. Lieber verweist er auf die wichtigste Statistik des Tages: „Wir haben das Spiel gewonnen.“ Das stand bei ihm über allem.
Für die Adler Mannheim stehen nun erst einmal drei Auswärtsspiele auf dem Programm. Das nächste ist dabei am Sonntag die Begegnung bei den Iserlohn Roosters. Auftaktbully ist um 18 Uhr.
Info
Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.