Eishockey
Adler Mannheim: Zur Belohnung gibt’s den Klassiker
Mit dem souveränen 4:0 (1:0, 1:0, 2:0) am Sonntag bei der Düsseldorfer EG zementierten die Adler ihre gute Ausgangsposition fürs Viertelfinale – in dem ab Dienstag, 14. März, der Tabellensechste Kölner Haie der erste Gegner in maximal sieben Spielen sein wird. An diesen Klassiker des deutschen Eishockeys wollte Mannheims am Sonntag unbezwungener Torwart Arno Tiefensee aber direkt nach dem letzten Punktspiel noch nicht denken. „Heute werden wir den Sieg erstmal genießen“, betonte er. Nachvollziehbar nach der „schweren Zeit in den letzten zwei, drei Wochen“.
Über 1000 Fans fahren mit
Kleines Wortspiel: Unter buchstäblichem „Zug-Zwang“ sahen sich am letzten Hauptrundenspieltag wohl auch die zuletzt wahrlich nicht verwöhnten Fans der Adler – über 1000 von ihnen waren per Sonderzug, aber auch in Bussen und Privatautos nach Düsseldorf gereist. Und sie waren natürlich begeistert darüber, dass die Adler nicht nur die erste Unterzahlsituation locker überstanden, sondern „Sünder“ Fabrizio Pilu von der Strafbank springend nach fantastischem Pass von Lean Bergmann die 1:0-Führung gelang (13.). „Ich hab’ gesehen, dass Bergi die Scheibe bekommen hat, und ich stand völlig frei “, berichtete Pilu: Also nahm er die Beine in die Hand und vollstreckte auch als Verteidiger in bester Torjägermanier.
Als Tyler Gaudet im Mitteldrittel den sonst starken Henrik Haukeland beim Treffer zum 0:2 narrte (28.), nahmen die Adler endgültig sicher Kurs auf Tabellenrang drei. Und Torwart Tiefensee, der erneut den angeschlagenen Felix Brückmann vertrat, tat daraufhin ein Klasse-Save zur Sicherung der Null natürlich besonders gut. Der junge Goalie war in den schwierigen Wochen zuvor zwar selten Schuld an den Gegentreffern, musste aber eben viele einstecken. „So ein Shut-out ist schön für mich, aber auch fürs Team. Denn es zeigt, wie wenig wir zugelassen haben“, sagte Tiefensee (20) bescheiden über seine weiße Weste.
In Überzahl legte Taro Jentzsch per Abstauber das 0:3 nach (36.) – damit war der Kulisse in der vollen Arena endgültig der Stecker gezogen, jetzt hörte man nur noch die vielen Mannheimer Fans. Der Rest des Geschehens ist schnell erzählt. Im Schlussabschnitt raubte Tiefensee der DEG die letzte Chance, überhaupt noch eine Aufholjagd zu beginnen, als er einen Penaltyschuss von Mikko Kousa parierte. Markus Eisenschmid machte mit seinem 4:0 den Deckel drauf.
Der Meister hat schon Urlaub
Damit stand fest, dass die DEG die direkte Viertelfinalqualifikation verpassen würde. In den Pre-Play-offs treffen die Düsseldorfer nun diese Woche auf Aufsteiger Löwen Frankfurt, der Meister Eisbären Berlin sensationell auf Distanz hielt und somit die mögliche Titelverteidigung vermasselte – ungewollt früher Urlaub in der Hauptstadt. Das zweite Pre-Play-off-Duell bestreiten die Pinguins Bremerhaven und die Nürnberg Ice Tigers.