Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Mannheim reden sich für das Wunder stark

Bei seinem Tor in Berlin alles andere als unauffällig: der mannschaftsdienliche Adler-Stürmer Markus Hännikäinen.
Bei seinem Tor in Berlin alles andere als unauffällig: der mannschaftsdienliche Adler-Stürmer Markus Hännikäinen.

Natürlich braucht eine Eishockey-Mannschaft auch und gerade in den Play-offs ihre „big guys“, also die Stars, von denen Tore und Vorlagen halt erwartet werden. Nigel Dawes erfüllte diese Erwartungen beim denkwürdigen 5:3-Sieg am Sonntag in Berlin für seine mit dem Rücken zur Wand stehenden Adler Mannheim voll und ganz – mit drei Treffern tütete der Routinier den überlebenswichtigen Sieg beim Meister ein.

Aber auch und gerade in dieser entscheidenden Saisonphase machen manchmal die sogenannten „unsung heroes“, die unbesungenen Helden, den Unterschied. So wie ebenfalls am Sonntag in Berlin Markus Hännikäinen.

Trotzige These

Der Finne verstieg sich nach der Partie in eine gar nicht mal so steile These. „Wir waren in allen drei Spielen das bessere Team“, stellte Hännikäinen trotzig fest. Was beim Play-off-Stand von 1:2 erstmal wenig überzeugend klingt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen – nimmt man mal die Einbrüche der Mannschaft in der verlorenen beiden ersten Spielen gegen die Eisbären beiseite. Vor allem aber ist Hännikäinen ein sehr erfahrener Profi, der ganz genau die psychologische Wirkung seiner Worte einschätzen kann. Soll heißen: das eigene Team stark reden, dann kann das kleine Wunder noch gelingen. Am Dienstag (19.30 Uhr) zu Hause in Mannheim und dann das „Endspiel“ im Halbfinale am Donnerstag in Berlin gewinnen, das ist der einzige Weg in die Finalserie gegen Red Bull München.

Lange schieden sich in Mannheimer Fankreisen an Hännikäinen ein bisschen die Geister. Den einen ist der während der Saison von Jokerit Helsinki gekommene Finne zu unauffällig, die anderen betonen den mannschaftlichen Wert des Flügelstürmers. Letzteren hat Hännikäinen nach einer Anlaufphase schon mehrfach unter Beweis gestellt, und auffälliger als er es am Sonntag in einer Szene in Berlin tat, kann man gar nicht agieren. Gemeint ist das 1:0-Führungstor, das sich der 29-Jährige erst mit einem Check in der neutralen Zone, dann mit einem erneuten Scheibengewinn und schließlich dem Abschluss von A bis Z selbst erarbeitete. „Unsere Chancen auch nutzen, das haben wir in diesem Spiel endlich getan“, rät Hännikäinen, der angesichts seiner eigenen Schussausbeute (7 Prozent) auch noch Steigerungsmöglichkeiten sieht. Gern natürlich schon am Dienstag in Spiel vier der Serie.

Worte im Einklang mit Taten – und Toren

Anschauungsunterricht durfte er am Sonntag in Berlin beim schon angesprochenen Nigel Dawes nehmen. „Immer schön, wenn man zum Teamerfolg beitragen kann“, kommentierte der 37-Jährige seinen Dreierpack, der etwas von einem Ketchupflaschen-Effekt hatte, denn: „In meinen Play-off-Spielen davor hatte ich kein Glück, deshalb waren die Tore wichtig – aber nicht nur für mich, für die Mannschaft. Manchmal benötigt man eben ein erstes Tor, und plötzlich kommen ganz schnell die nächsten.“ Mutmachende Worte im Einklang mit Taten, die Wirkung auf die Teamkollegen blieb nicht aus. „Wir hatten nichts mehr zu verlieren“, stellte Verteidiger Korbinian Holzer fest, „aber jetzt fahren wir heim – und mit unseren Fans in unserer Halle im Rücken kommen wir noch mal her“. Worte, denen noch Taten folgen müssen.

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