Eishockey
Adler Mannheim können München die Party nicht verderben
Für die erste Überraschung des Nachmittags sorgten dabei die noch punktlosen Adler – und zwar schon vor Beginn der Partie. Denn früher als erwartet feierte Verteidiger Thomas Larkin, der Meisterschütze von 2019, sein Comeback nach Handoperation. Doch so hatte sich der Italo-Kanadier das nicht vorgestellt: Als er eine Minute vor Ende des ersten Drittels zum ersten Mal auf die Strafbank musste, stand es bereits 2:0 – gegen seine Mannschaft, die so stark begonnen hatte.
Extrem effiziente Münchner
Das Red-Bull-Team allerdings war extrem effizient: zwei Chancen, zwei Tore. Zuerst traf Konrad Abeltshauser nach einem guten Aufbauspiel (14.), das auch eine verzweifelte Rettungsaktion von Jordan Szwarz nicht unterbinden konnte, und dann staubte Ben Street clever ab (19.). „München hat das eiskalt ausgenutzt, das darf uns nicht passieren“, gab Adler-Stürmer Markus Eisenschmid zu.
„Nicht zu 100 Prozent organisiert“ sah Sportmanager Jan-Axel Alavaara sein Team in diesen Szenen vor dem eigenen Tor – auch wegen schlampiger Defensivarbeit der Stürmer. Die aber gelobten Besserung, und die beste Verteidigung ist ja immer noch der Angriff. Zunächst brachte Tim Wohlgemuth mit einem Rückhandtreffer seine Adler wieder ins Spiel (23.), dann bediente der junge Mittelstürmer seinen Kollegen Matthias Plachta in Überzahl wunderbar (33.).
Die Mannheimer Führung war drin
Plötzlich also 2:2, und die lauffreudigen Gäste hielten den Druck aufrecht. Taro Jentzsch hatte nach zwei Gestängetreffern von Holzer und Wohlgemuth ebenfalls die Führung auf der Kelle, es wäre im zweiten Spiel schon das zweite Saisontor des Neuzugangs aus Iserlohn gewesen – wer hätte das gedacht über den Vierte-Reihe-Stürmer? Aber in diesen Kategorien denkt Trainer Bill Stewart nicht, er hatte am Freitag bei der 1:2-Niederlage gegen Schwenningen den 22-Jährigen mit der zwischenzeitlichen Beförderung an die Seite von David Wolf und Matthias Plachta belohnt. „Das war für mich ein großer Push“, befand Jentzsch, der prompt getroffen hatte, aber auch erfuhr, wie sehr die vermeintlich Kleinen der Liga einen Großen wie die Adler ärgern möchten. „Macht Spaß, wenn man gejagt wird“, versicherte er.
Strafzeit besiegelt die Niederlage
Weniger Spaß machte auch ihm die Effizienz der Münchner, die mit einem Konter wieder in Führung gingen, Chris DeSousa gelang das 3:2 (38.). Mit dem 4:2 von Zack Redmond (50.) zu hadern, weil es in Mannheimer Unterzahl fiel, wäre nur die halbe Wahrheit gewesen. Plachta musste diese Strafzeit nehmen, weil sonst wohl schon Tiffels getroffen hatte. Ärgerlicher die folgenden Strafen gegen Wolf und Akdag, in „doppelter“ Unterzahl verhinderte Torwart Felix Brückmann den vorzeitigen K.o. Und dann durfte der Goalie sehr früh für einen sechsten Feldspieler vom Eis – vergeblich. Yasin Ehliz machte mit dem 5:2 alles klar (58.). „Wir haben trotzdem besser gespielt als am Freitag“, fand Tim Wohlgemuth. Bill Stewart stimmte zu: „Wenn du so ein Spiel ablieferst, kannst du als Coach nicht unzufrieden mit dem Team sein.“