Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Larkin: Das Trauma ist fast besiegt

So befreit konnte Thomas Larkin (rechts) am Sonntag das 2:0 gegen Ingolstadt mit Jordan Szwarz (links) und Nigels Dawes feiern.
So befreit konnte Thomas Larkin (rechts) am Sonntag das 2:0 gegen Ingolstadt mit Jordan Szwarz (links) und Nigels Dawes feiern.

Zu behaupten, die Champions Hockey League (CHL) wäre für die Adler Mannheim ein traumatischer Wettbewerb, ist sicher übertrieben – und es würde die sportliche Bedeutung der europäischen Eishockey-Königsklasse auch etwas überhöhen. Richtig ist, dass sich die Mannheimer Erfolge in der 2014 gegründeten CHL bisher eher bescheiden ausnehmen.

Und so mutet die Ansage von Stürmer Tim Wohlgemuth umso forscher an: „Wir haben schon gegen Topteams gewonnen und wollen diesen Wettbewerb natürlich gewinnen.“ Mit Topteams meint der bereits bestens integrierte Neuzugang den finnischen Meister Lukko Rauma und den HC Lausanne aus der Schweiz, der am Mittwochabend (19 Uhr) zum Vorrundenausklang in der SAP-Arena aufkreuzt. Mit einem Sieg könnten die Adler den Gruppensieg perfekt machen, das Achtelfinale ist ihnen aber bereits sicher.

Ein Gerichtsurteil mit vier Jahren Vorgeschichte

Ein Spieler trägt allerdings so etwas ähnliches wie ein CHL-Trauma schon fast vier Jahre mit sich rum – und kann es nun erst abschütteln. 2017 checkte Thomas Larkin seinen damaligen Gegenspieler Daniel Paille (Brynäs Gävle) so hart, dass sich der getroffene Kanadier von den Folgeschäden nicht mehr rundum erholte und seine Eishockey-Laufbahn beenden musste. Was Larkin und die Adler stets ausdrücklich bedauerten. Aber der Mannheimer Defender stellte auch immer und immer wieder klar: „Ich habe niemals einen Spieler absichtlich verletzt.“

Von diesem Absichtsvorwurf hat ihn nun am Freitag ein ziviles Bezirksgericht in Schweden in der Schadensersatzklage Pailles freigesprochen, in der es um fast 500.000 Euro ging. Es habe sich nicht um einen vorsätzlichen Angriff Larkins gehandelt, so die Richter, der Vorwurf der Körperverletzung sei nicht haltbar.

Beschimpfungen und Morddrohungen

Noch kann der Staatsanwalt gegen das Urteil Berufung einlegen, Prozessbeobachter halten dies für unwahrscheinlich. So lange hält sich der 30-jährige Larkin, italienischer Nationalspieler mit kanadischen Wurzeln und deutscher Ehefrau, mit Aussagen zurück, deutet aber nach der für ihn schwierigen Zeit mit Beschimpfungen und sogar Morddrohungen in den sogenannten sozialen Netzwerken an: „Wenn es vorbei ist, können wir stundenlang darüber reden.“

Jetzt darf er erstmal wieder befreit Eishockey spielen – auch in der CHL. Ohne Trauma.

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