Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel 107 Sekunden Tiefschlaf kosten die Adler Mannheim zweites Halbfinale

Zielsicher: Markus Eisenschmid (links) erzielt gegen den Ingolstadter Torwart Kevin Reich das 1:2 für die Adler Mannheim.
Zielsicher: Markus Eisenschmid (links) erzielt gegen den Ingolstadter Torwart Kevin Reich das 1:2 für die Adler Mannheim.

Der Heimfluch der Adler Mannheim in den DEL-Playoffs hält an. Vor allem wegen eines verschlafenen Starts ins Schlussdrittel verloren sie das zweite Spiel der Halbfinalserie gegen den ERC Ingolstadt mit 3:6 (0:1, 2:1, 1:4). Für die Adler war es die dritte Niederlage im vierten Play-off-Heimspiel.

Die Fans begrüßten die Mannschaft mit einer stimmungsvollen Choreographie. Das Motto „Mit voller Kraft voraus“ galt aber zunächst für die Gäste, die besser ins Spiel kamen. Justin Fesers Schuss setzte das erste Ausrufezeichen für Ingolstadt (4.). Im direkten Gegenzug verpasste David Wolf nach Matthias Plachtas Querpass die Scheibe und die mögliche Adler-Führung (4.).

Das Spiel kippte dann zusehends. Die Adler übernahmen das Kommando auf den Eis. Nach einem Fehler von Panther-Goalie Kevin Reich traf Nico Krämmer die Scheibe nicht richtig und verpasst das leere Tor (9.). Marcus Eisenschmid scheiterte kurz darauf in Überzahl an Reich (15.). Ein besseres Überzahlspiel zeigten die Gäste. Gegen Fesers Schuss war Tiefensee machtlos (18.). Zwei Sekunden vor der Pause noch die große Chance auf den Ausgleich, aber Plachtas Direktabnahme sprang von Reichs Maske zurück aufs Feld (20.).

Im zweiten Drittel herangekämpft

Der Mittelabschnitt zeigte weiterhin tolles Eishockey, in dem Matt Donovan die erste Chance für die Adler hatte. Seine Direktabnahme war für Reich aber kein Problem (24.). Die Arena verstummte zwei Minuten später. Colton Jobke hatte viel Zeit an der blauen Linie, zog ab, und sein Schlagschuss fand den Weg ins Netz (26.). Tiefensee dabei ohne Schuld, weil ohne Sicht. Nur 64 Sekunden später jedoch die direkte Antwort der Hausherren. Eisenschmid nach feinem Doppelpass mit Borna Rendulic zum 1:2 (27.).

Nur 40 Sekunden darauf sogar die Chance zum 2:2. Lean Bergmann war auf und davon, brachte die Scheibe jedoch nicht an Reich vorbei (28.). Der Ausgleich fiel durch das erste Mannheimer Überzahltor in dieser Halbfinalserie. Tyler Gaudets feinen Pass quer durch die Ingolstädter Zone haut Plachta per Direktschuss ins Netz (30.). Das Spiel danach offen und mit hohem Tempo, jedoch ohne klare Torchancen.

Doppelschlag in 16 Sekunden

Irgendwas schien mit dem Pausengetränk der Adler nicht zu stimmen, denn sie verschliefen den Start ins Schlussdrittel. Verpasste Mirko Höfflin für die Gäste noch zuerst doppelt (42.), so fand Ty Ronnings Scheibe über Tiefensees Fanghand den Weg ins Netz zum 2:3 (43.). Nur kurz darauf innerhalb von 16 Sekunden ein Ingolstädter Doppelschlag zur Vorentscheidung. Erst traf Daniel Pietta in Überzahl zum 2:4 (44.), kurz darauf stahl Wayne Simpson Donovan die Scheibe und fand Frederik Storm, der zum 2:5 einnetzte (44.). Thomas Larkins 3:5 brachte die Arena nochmals zum Kochen, aber die direkt folgende Überzahl blieb ungenutzt. (Eisenschmid: „Die Überzahl war unsere Chance, ins Spiel zurückzukommen.“) Leon Hüttl sorgte 80 Sekunden vor dem Ende für die endgültige Entscheidung (60.).

In der Schlussminute brachen sich die Emotionen Bann und die Fäuste flogen. Etwas, dem die Spieler nach dem Duell keine Bedeutung beimessen wollten. Denis Reul antwortete lapidar mit „Nein“ auf die Frage, ob es zu der Szene noch etwas zu sagen gebe. Auch sein Trainer Bill Stewart wollte auf der Pressekonferenz sich dazu nicht äußern: „Es war ein wundervolles Spiel für 40 Minuten, und dann wurde es unterbrochen“, zeigte sich der Adler-Coach verschnupft.

x