Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel 1. FC Saarbrücken: Nach „Streichkonzert“ fahren drei Neue mit zum Meppen-Gastspiel

Hat beim FCS wohl schon ausgespielt: Jonas Singer (links). Der Pirmasenser kam seit seinem Wechsel im Sommer nur in Vorbereitung
Hat beim FCS wohl schon ausgespielt: Jonas Singer (links). Der Pirmasenser kam seit seinem Wechsel im Sommer nur in Vorbereitungsspielen wie gegen den FSV Frankfurt (im Bild Demyan Imek) zum Zug.

Zum neuen Jahr ist an der Saar so einiges im Fluss: Vor der fünftägigen Dienstreise an Ems und Elbe hat die sportliche Führung des 1. FC Saarbrücken in puncto kickendes Personal allerhand Wellen gemacht. Nur wer noch spielen darf (und kann) fährt mit nach Meppen und nach Magdeburg. Beim SVM im Emsland stößt der FCS am Samstag (14 Uhr) das Fußballjahr 2021 an.

Vier Akteure sind verletzt, einer nicht ganz fit. Sechs sind seit Neujahr weg vom Fenster – dafür klettern nun drei Neue in den Bus. Angesichts solcherlei Bewegung im Kader hat Coach Lukas Kwasniok vor Fahrtantritt nicht lang überlegen müssen, für wen denn wohl ein Platz zu reservieren sei.

Rund um den Ludwigspark hat das „Streichkonzert“ von Trainer Kwasniok und Sportchef Jürgen Luginger einigen Wirbel entfacht. Fans diskutieren, in Medien wie auf Netz-Plattformen ereifern sich Kommentatoren. Als ob das nun so ungewöhnlich wäre, dass in einem Profiklub im Winter aussortiert und neu geordnet wird. Allenfalls der Umstand, dass der FCS für seine Ausgemusterten eigens eine Trainingsgruppe zwei gebildet hat, mutet gewagt an. Ein „Pilotprojekt“ dazu hatte 2013 bei der TSG Hoffenheim für reichlich Ärger gesorgt.

Ein Quintett als „Randgruppe“

Die „Randgruppe“ ist nurmehr ein Quintett, nachdem Mergim Fejzullahu als erster den Absprung (Alemannia Aachen) geschafft hat. Er wie auch Rasim Bulic (20, lange verletzt) und Téo Herr (19) haben seit Rundenbeginn nur auf der Tribüne gesessen. Eigengewächs Marius Köhl (19) brachte es auf zwei, Routinier Christopher Schorch (31) auf 66 Minuten Einsatzzeit bei nur einem Drittliga-Spiel. Der Pirmasenser Jonas Singer (23) saß in 16 Partien zwar fünfmal auf der Bank, kam aber übers Warmlaufen nie hinaus. Dass der Verein diesen Spielern eine Perspektive versagt und ihnen einen Wechsel nahe legt, kam also nicht allzu überraschend.

Schade halt für Singer, der mit großen Hoffnungen vom 1. FCK II gekommen war und vorab als rechtes Flügelpendant zu Nicklas Shipnoski gehandelt wurde. Anders als Singer hat sein Pfälzer Kollege prima eingeschlagen, ist mit neun Treffern bester Schütze und mit sechs „Assists“ stärkster Tor-Vorbereiter. Falls beim bis dato völlig alternativlosen Offensiv-Ass Sebastian Jacob (27, sechs Tore) mal was zwicken sollte, steht nun Julian Günther-Schmidt (26, vier Bundesliga-Spiele für den FC Augsburg) bereit, der vom Regionalligisten Fortuna Köln kam.

Neuzugang noch ausgebremst

„Ich bin fit, habe alle 20 Spiele fast komplett gemacht“, signalisierte der bei SV Waldhof und KSC ausgebildete Offensivmann am Freitag Tatendrang. Den bremste Kwasniok, der den Neuen in Jena unter seiner Fittiche hatte, fürs Meppen-Spiel aber aus: „Günnie“ irre im Training vorn noch „in der Walachei rum“, witzelte der Trainer.

Fanol Perdedaj, Marin Sverko und Sebastian Bösel sind verletzt, Maurcie Deville wird noch geschont. Weil Ersatzkeeper Ramon Castellucci länger auf Eis liegt, hat der FCS am Donnerstag Jannick Theißen (Schalke 04 II) geholt. In Meppen erstmals im (Rumpf-) Aufgebot: U19-Kapitän Luca Kerber. „Der Junge macht richtig Spaß“, lobte Kwasniok am Freitag den 18-Jährigen.

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