Handball
Österreichs Torhüter Constantin Möstl: Wir fliegen
Der 23-Jährige vom Alpla HC Hard, den Roten Teufeln vom Bodensee, war im Spiel gegen Deutschland erneut der beste Spieler auf dem Feld. Er parierte 17 Bälle, das entsprach einer Fangquote von 46 Prozent. Möstl wurde zum Spieler der Partie gewählt, zum dritten Mal schon bei diesem Turnier. Die Ehre wurde dem 23-Jährigen nach den Spielen gegen Rumänien und Ungarn zuteil. Wir zeichneten Aussagen des Torwarts in der Mixedzone auf.
Möstl direkt nach der Partie über das 22:22-Unentschieden gegen Deutschland.
Ich bin ehrlich, es fühlt sich schon wie ein verlorener Punkt an. Zuerst hat es sich nicht so angefühlt. Erst ein bisschen später. Wenn man ein bisschen runterkommt, die Familie begrüßt hat, dann denkt man, die zwei Punkte waren eigentlich drin. Aber der Punkt ist auch ein sehr gutes Ergebnis.
Gut vorbereitet
Über seine vielen Paraden gerade bei den Würfen der Außenspieler.
Wir haben uns sehr gut vorbereitet. Ich schaue mir 90 Prozent der Schüsse an, ich habe sie im Video gesehen.
Wie es war, so in einen Flow zu kommen?
Die Jungs haben es wirklich sehr, sehr gut gemacht. Wenn du drin bist in einem Flow und nicht rauskommst, Gott sei Dank.
Wie er die Verunsicherung der deutschen Spieler wahrgenommen hat.
Ich kann nicht sagen, dass die Deutschen schlecht gespielt haben. Wenn man es sich anschaut: Viele einfache Tore haben wir nicht bekommen, sie haben sich alles erarbeiten müssen.
Traum vom Halbfinale
Zehn Minuten schoss Österreich am Ende kein Tor. Eine Kraftfrage?
Wir machen den einen oder anderen Ball nicht rein. Aber wie gesagt, es ist okay. Wir träumen vom Halbfinale . Es ist riesig. Es ist wie ein Traum. Der Traum geht in Erfüllung und er hört nicht auf. Wir gehören im Moment zu den Topnationen dazu. Wir fliegen. Es ist wirklich unglaublich. Wir haben die Chance, und wir wollen sie nutzen.
Über die Chancen für das österreichische Team, das Halbfinale zu erreichen.
Warum nicht? Wenn wir so weiterspielen, wer soll uns stoppen? Jetzt geht es erst einmal gegen Frankreich. Es kann ganz nach oben gehen. Wir gehen in jedes Spiel mit Spaß. Wir machen uns keinen Druck, und wann man trotzdem gewinnt, ist das sehr, sehr schön.
Wo würde er das Spiel gegen Deutschland in seiner Karriere einordnen?
Zu den Besseren. Ich freue mich. Aber was das Team geleistet hat! Als Torwart brauchst du ein Team, das dir Vertrauen schenkt. Es ist schon sehr, sehr schön, was wir gerade erleben.