Handball „Keiner rechnet so richtig mit uns“

Rasmus Lauge im Spiel gegen Stuttgart, links David Schmidt.
Rasmus Lauge im Spiel gegen Stuttgart, links David Schmidt.

«Flensburg.»Meister gegen Vorjahresmeister, SG Flensburg-Handewitt gegen die Rhein-Neckar-Löwen: Heute (18.30 Uhr) steht in Flensburg viel auf dem Spiel. SG-Ass Rasmus Lauge hofft, dass die Erfolgsserie seiner Mannschaft hält.

Herr Lauge, gegen Paris lief es am Mittwoch in der Handball-Champions-League nicht so gut. Was waren die Gründe? Hatten Sie die Partie gegen die Löwen schon im Hinterkopf?

Die erste Halbzeit lief gut. Allerdings gab es in der Anfangsphase einige unglückliche Situationen. Zur Halbzeit sind wir dann mit drei Toren hinten, da ist dann Paris in Flensburg auch zu gut, um das noch einzuholen. Die Löwen hatten wir dabei nicht im Hinterkopf, da das Spiel gegen Paris für uns sehr wichtig war. In der Liga haben Sie und Ihre Mannschaft mit zwölf Siegen in Folge sehr überzeugt. Damit war nach dem Umbruch nicht zu rechnen. Wieso kam es doch zu dieser tollen Siegesserie? Wir haben das Zusammenspiel gut hinbekommen, vor allem in der Abwehr haben wir viel geholt und auch unsere Torhüter waren gut. Natürlich haben wir einige Siege mit nur einem Tor Unterschied dabei gehabt, aber einige waren auch schon vorher zu unseren Gunsten entschieden. Jetzt haben wir einen Lauf, den wir so lange wie möglich halten wollen. Wir wissen auch, dass wir immer noch nicht Favorit sind, deshalb hoffen wir natürlich, dass es so weiter geht. Hätten Sie gedacht, dass der Umbruch so schnell geht? Damit war nicht zu rechnen. Wir sind froh, dass es so gut läuft und wollen den Lauf so lange wie möglich halten. Auch unsere Neuzugänge haben sich schnell gut integriert und machen einen super Job. Das spielt natürlich auch eine Rolle. Was zeichnet die SG Flensburg-Handewitt aus? Das Team wurde im Juni Meister, lässt auch jetzt nicht locker. Wir wollen am Ende wieder um den Titel mitspielen. Keiner rechnet so richtig mit uns, aber das ist auch für uns eine Herausforderung im Schatten der Großen zu kämpfen und weiter dabei zu bleiben. Wir kämpfen in jedem Spiel und wollen natürlich am Ende auch als Sieger vom Feld gehen. Das große Duell – für die Löwen hat es schon vorentscheidenden Charakter. Bei einer Niederlage wäre ihr Kontrahent fünf Punkte hintendran. Das ist kaum noch aufzuholen, oder? Diese Liga lässt sich so früh nicht entscheiden, daher denke ich, dass es auf jeden Fall noch aufzuholen ist. Fünf Punkte sehen nach viel aus, aber es liegt noch eine lange Saison vor uns mit vielen Spielen. Daher schauen wir erst einmal, was am Montag passiert. Mal hat Flensburg gewonnen in der jüngeren Vergangenheit, mal die Löwen. Zuletzt gab es Ende August beim Supercup in Düsseldorf einen klaren Erfolg für die Löwen. Was spricht am Montag für Ihre Mannschaft? Unsere steinharte Abwehr spricht für uns. Auch unsere Halle brennt hoffentlich wieder, wie das bisher bei den großen Spielen immer der Fall war. Wir müssen Charakter zeigen. Am Ende gewinnt das Spitzenspiel die Mannschaft, die am meisten Kampf und Leidenschaft aufs Parkett bringt. Bei der dänischen Nationalmannschaft ist Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen Ihr Trainer. Wie erleben Sie ihn dort? Ist er dort anders als in der Bundesliga? Ich habe ihn zwar nicht jeden Tag als Trainer, aber von außen sieht das nicht anders aus, außer das Trikot. Er will jedes Spiel gewinnen und zeigt das mit seiner Leidenschaft und seinem Temperament gemischt mit etwas Coolness. Er ist einfach ein guter Trainer. | Interview: Udo Schöpfer

x