Handball
Handball: Rhein-Neckar Löwen feiern spätes Siegtor
„Das war ein Krampf. Wenn wir nicht so viele Fehler machen, müssen wir nicht zittern“, sagte Gensheimer. Der Linksaußen wirkte angefressen ob der Leistung der Löwen, als er geduldig Autogramme für die kleinen und großen Fans der Badener gab. Gensheimer war zufrieden mit dem Resultat, denn durch den knappen Erfolg stehen die Chancen gut, dass seine Kollegen und er das Viertelfinale im europäischen Wettbewerb erreichen, aber er war nicht zufrieden mit der Leistung. „Die Art und Weise kann nicht unser Anspruch sein“, erklärte der 33-Jährige.
Bei den Löwen herrscht im Moment eine latente Unzufriedenheit, die durch den Erfolg gegen den Tabellendritten der französischen Ligue 1 nicht verfliegen konnte. Nach der Niederlage drei Tage zuvor in der Bundesliga gegen Melsungen offenbarten die Badener auch gegen Nimes die Unsicherheit, die ein funktionierendes Handballspiel erschwert. Immerhin stimmte die Leidenschaft, mit der sich die Spieler gegen eine neuerliche Pleite wehrten, so dass der Einsatz gepaart mit der individuellen Qualität der Spieler für den Sieg sorgte – und natürlich hatten die Löwen auch die nötige Portion Glück.
Kohlbachers gutes Timing
„Das war aber auch mal nötig, dass wir dieses Glück haben“, sagte Löwen-Coach Kristjan Andresson. Zwei Sekunden vor dem Ende erzielte Jannik Kohlbacher den Siegtreffer für seine Mannschaft. Im letzten Angriff war zuvor der Wurf Andy Schmids im Block hängengeblieben, der Abpraller aber bei Mads Mensah gelandet, der Kohlbacher bediente. „Wir haben uns heute gesteigert, ich bin zufrieden, weil wir einen starken Gegner bezwingen konnten“, sagte der Trainer der Löwen.
Er hatte die Leistung seiner Mannschaft nicht so negativ gesehen wie Gensheimer. Die Wahrheit lag in der Mitte, denn die Löwen machten zu viele einfache Fehler, um von einer guten Leistung sprechen zu können. Andererseits kann man ohne eine ordentliche Vorstellung gegen eine französische Spitzenmannschaft nicht gewinnen.
Die Fans erlebten ein Auf und Ab
In der Mannheimer GBG-Halle sahen 1541 Zuschauer ein temporeiches Spiel, in dem die Führung ständig hin und her wechselte. Zunächst wirkten die Franzosen etwas stabiler, aber die Löwen ließen sich in der ersten Halbzeit nicht abschütteln. Nach dem 16:16-Pausenstand gerieten die Badener zunächst 18:21 in Rückstand, drehten dann kurz auf, gingen 22:21 in Führung, ehe drei schnelle Gegentreffer für einen 22:24-Rückstand sorgten. Die Fans erlebten ein Auf und Ab – und ein glückliches Ende für die eigene Mannschaft.
So spielten sie
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka - Petersson (7), Schmid (8/1), Lagarde (1) - Groetzki (2), Gensheimer (3) - Kohlbacher (7) - Tollbring, Abutovic, Ganz, Kirkelökke (1), Mensah (3), Guardiola, Damm
USAM Nimes Gard: Baznik, Desbonnet - Tobie, Nyateu (4), Prandi (5) - Sanad (8/2), Guigou (5/3) - Salou (3) – Gallego, Rebichon (3), Dupuy (1), Tesio, Kaabeche, Padolus, Acquevillo (2), Nieto
Spielfilm: 4:6 (9.), 10:10 (18.), 13:13 (23.), 16:16 (Hz.), 18:21 (40.), 22:21 (43.), 22:24 (46.), 26:26 (51.), 32:31 (Ende) - Beste Spieler: Palicka, Petersson, Kohlbacher, Schmid - Prandi, Sanad, Nyateu - Siebenmeter: 3/1 - 6/5 - Zeitstrafen: 2/5 - Zuschauer: 1541 - Schiedsrichter: Erdoan Vitaku/Arsim Vitaku (Kosovo).