Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Entfesselter Falk beim fünften Eulen-Sieg in Folge gegen VfL Lübeck-Schwartau

Gegen seine Hundert-Prozent-Quote aus dem Lübeck-Spiel hätte Eulen-Rechtsaußen Alexander Falk (hier gegen VfL-Torwart Dennis Klo
Gegen seine Hundert-Prozent-Quote aus dem Lübeck-Spiel hätte Eulen-Rechtsaußen Alexander Falk (hier gegen VfL-Torwart Dennis Klockmann) auch im Pokal am Dienstag gegen den SC Magdeburg nicht einzuwenden.

Die Eulen Ludwigshafen haben mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause gegen den VfL Lübeck-Schwartau den fünften Sieg in Folge verbucht. Ein Urgestein der Ludwigshafener trumpfte dabei besonders auf.

Eulen-Rechtsaußen Alexander Falk hatte einen Sahnetag erwischt: Er verwandelte seine neun Wurfversuche alle in Tore – eine Quote von hundert Prozent, die beste aller Spieler am Sonntagabend. Weder der routinierte VfL-Torwart Dennis Klockmann noch der später eingewechselte Nils Conrad bekamen bei einem der variantenreiche Würfe Falks mal die Hand an den Ball. Nur ganz kurz vor Schluss „verweigerte“ der Rechtsaußen einen Wurf, „da war der Winkel nicht so gut“, sagte er lachend am Ende des Eulen-Familientags. Vielleicht wollte er sich auch einfach die klasse Quote nicht mehr kaputt machen.

Eine Top-Leistung

Der 25-Jährige trug mit seiner Top-Leistung maßgeblich dazu bei, dass die Mannschaft von Trainer Michel Abt nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit am Ende doch unter dem Jubel der Saisonrekordkulisse von 2045 Zuschauern als 36:30 (14:16)-Sieger vom Feld der Eberthalle ging. „Die erste Halbzeit haben wir ein bisschen verschlafen“, gab Falk nach dem Spiel ehrlich zu. Die Eulen mussten auf Julius Meyer-Siebert verzichten: Die Leihgabe des SC DHfK Leipzig wurde von seinem Stammverein angefordert und war im Gastspiel der Sachsen beim TVB Stuttgart am Ball.

Unangenehm zu bespielende Gästeabwehr

Vor der Pause taten sich die Gastgeber schwer gegen die aggressive Deckung der Lübecker. „Gegen die ist sehr unangenehm zu spielen, und auch deren Angriff ist ganz schwer auszurechnen“, sagte Eulen-Coach Abt zur ausgeglichenen ersten Hälfte mit leichten Vorteilen für Lübeck. „46, 37 Minuten haben wir hier ein Mega-Spiel gemacht“, meinte VfL-Trainer David Röhrig hinterher enttäuscht. „Aber in der zweiten Hälfte waren 90 Prozent der Eulen-Würfe auch ein Tor“, stellte er fest.

In der Pause hatte Abt mal wieder an den richtigen Stellschrauben gedreht. „Wir wollten die Durchbrüche der Rückraumspieler besser verteidigen und im Eins-gegen-eins im Innenblock besser stehen“, sagt der 32-Jährige. „Ich sollte da gegen die Halbspieler mehr zuschieben und eher die Außen werfen lassen“, verdeutlichte Falk die Maßnahme. „Und dann klaut Alex auch zwei wichtige Bälle“, sagte Abt. Die Eulen drehten die Partie vom 14:17-Rückstand zu einer 23:20-Führung (41.), die sie – auch dank eines guten Ziga Urbic nach der Pause im Tor – nicht mehr abgaben.

Schachzug 7:6 funktioniert erneut prima

„Die Eulen haben das Spiel auch wieder durch ihr 7:6 im Angriff gedreht“, zollte Gästetrainer Röhrig Michel Abt viel Respekt für den „guten Schachzug“. „Ja, das ist schon phänomenal, wie die Mannschaft das in den letzten drei Spielen umgesetzt hat. Ich glaube, wir haben da eine nahe an hundert Prozent reichende Erfolgsquote“, meinte Abt zufrieden, der auch der Halle für die tolle Unterstützung dankte. Nach der Pause drehten die Fans, auch animiert von Kapitän Maximilian Haider, Jannek Klein und Jan Remmlinger, richtig auf.

Jetzt geht’s am Dienstag (19 Uhr, Eberthalle) in der zweiten Runde des DHB-Pokals gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg, der am Samstag zu Hause sein Top-Spiel gegen den THW Kiel verloren hat. „Ein geiles Los, da haben wir alle richtig Bock drauf“, sagte Alexander Falk. „Wir schnaufen jetzt einen Tag durch, dann kommt das nächste Handballfest“, blickte Abt voraus. „ Ich bin Realist, aber wir wollen mutig spielen und werden die Partie auf keinen Fall abschenken“, sagte er weiter. „Wir werfen alles rein und schauen dann, zu was es am Ende reicht. Hoffentlich können wir sie ein bisschen ärgern“, verspricht Haider.

So spielten sie

Eulen Ludwigshafen: Asanin (2), Urbic (7m, 30. - 60.) - Klein (3), Bührer (3), Trost (1) - Falk (9), Zacharias (3) - Haider (4) – Salger (1), Remmlinger (5), Eisel (2), Gorpishin, Schaller (3/3)

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Conrad (49. - 54.) - Horner (3), Schrader (6), Patzel (3) - Kretschmer (1), Speckmann (11/6) - Benitez (3) – Löfström (1), Blum (1), Bruhn, Raguse (1)

Spielfilm: 5:2 (7.), 7:6 (13.), 9:9 (19.), 12:12 (24.), 12:14 (27.), 14:16 (Halbzeit), 23:20 (41.), 26:26 (49.), 29:27 (52.), 36:30 (Ende) - Zeitstrafen: 2:7 - Rote Karte: Raguse (46., grobes Foul) - Siebenmeter: 3/4 - 6/6 - Beste Spieler: Falk, Haider, Remmlinger - Speckmann, Schrader - Zuschauer: 2045 - Schiedsrichter: Leon Bärmann/Nico Bärmann (Graben-Neudorf).

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