Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Hansi Flick: Abgang mit Stil

Servus zum Saisonende: Bayern-Coach Hansi Flick.
Servus zum Saisonende: Bayern-Coach Hansi Flick.

Der Bayern-Trainer hat aufgeräumt und seinen Abschied angekündigt. Er hat das ordentlich und zu einem guten Zeitpunkt getan.

Wer in einer Saison sechs Titel mit dem FC Bayern gewinnt, höchst intensive und sehr emotionale anderthalb Jahre in München erlebt, wer immer unter Beobachtung und Druck steht, nebenbei – wie alle anderen – auch mit einer Pandemie klarkommen muss, der braucht keine weitere Baustelle. Keinen zusätzlichen Machtkampf. Keine ständigen Debatten, Nickligkeiten, Konfrontationen, Nebenkriegsschauplätze im eigenen Klub. Der Dauer-Streit mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic dürfte somit einer der Gründe sein für Trainer Hansi Flicks Wunsch, die Münchener im Sommer vorzeitig verlassen zu wollen. Ein zweiter der frei werdende Job als Deutschlands oberster Fußballlehrer: Bundestrainer.

Hansi Flick (56) hat also das Problem für sich gelöst. Er hat aufgeräumt. Und er hat das ordentlich getan. Im Laufe der Woche informierte er erst den Verein, dann seine Mannschaft und gestern am Nachmittag ein wenig überraschend, aber wohl genau so geplant, den Rest der Republik. Er hat den Zeitpunkt selbst bestimmt und einen guten gewählt – nach den wichtigen Spielen in Paris und Wolfsburg. Jetzt, wo die Bayern in der Meisterschaft sieben Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze haben. Jetzt, wo der Flurfunk langsam zu trommeln begann. Flick muss nun nicht mehr wochenlang rumeiern, Fragen ausweichen, dementieren – und sich später daran messen lassen, was er mal gesagt hat. Flick hat ruhig und stilvoll seinen Abgang verkündet, er wird erleichtert sein. Und während er sich damit seiner Probleme entledigt, hat der FC Bayern ein neues, ziemlich großes: Er braucht einen Trainer.

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