FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Zentnerlasten rollen vom Berg

Rote JubeltraubeRiesenerleichterung nach dem 4:1 durch Hendrick Zuck. Irgendwo ganz unten ist auch der Torschütze versteckt.
Rote JubeltraubeRiesenerleichterung nach dem 4:1 durch Hendrick Zuck. Irgendwo ganz unten ist auch der Torschütze versteckt.

Mit einem 4:1 gegen den KFC Uerdingen schreitet Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern entschlossen Richtung Klassenverbleib. Wieder einmal berappeln sich die Roten Teufel nach einem Rückstand. Eine Achse gefällt dabei besonders.

Um 12.33 Uhr schepperte erstmals der Berg. Auf dem Weg nach oben, vor die Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions, wurde der Mannschaftsbus des 1. FC Kaiserslautern wie schon in den vorigen Wochen von einigen Hundert Fans empfangen. Rauchbomben, Schlachtgesänge. Aufmunterung im Kampf gegen den erstmaligen Abstieg aus der Dritten Liga, den krachenden Sturz in den Amateurfußball. Die Hilfe von außen hat auch an diesem Samstag gewirkt, denn mit dem 4:1 (3:1)-Erfolg über den KFC Uerdingen vollzogen die Roten Teufel einen großen Schritt in Richtung Ligaverbleib. Die von Ausfällen geplagte Elf aus Krefeld liegt nun vier Punkte zurück, der SV Meppen und der FC Bayern München II können bestenfalls wieder etwas näher herankommen, wenn sie am Sonntag die SpVgg Unterhaching und den VfB Lübeck schlagen.

FCK-Trainer Antwerpen baut kräftig um

Im Unterschied zum 0:3 bei 1860 München wandelte der Kaiserslauterer Trainer Marco Antwerpen nicht nur das taktische Konstrukt von einem 4-3-3 in ein 3-4-3 um, er veränderte auch nominell die Startformation auf fünf Positionen. Der noch rechtzeitig von einem grippalen Infekt genesene Stammtorhüter Avdo Spahic kehrte wie der zuletzt erkrankte Hendrick Zuck auf den Rasen zurück, obendrein fanden die länger verletzten Kevin Kraus und Daniel Hanslik zurück in die Anfangself. Anas Ouahim verdrängte Nicolas Sessa. Adam Hlousek, in München Linksverteidiger, stand nicht einmal im Kader. Gäste-Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Jürgen Press ordneten ihre Schützlinge in einem 4-2-3-1 an. Bei Kaiserslauterer Angriffen wurde daraus jedoch ein 6-3-1. Den FCK hinderte dies nicht, den „Beton“ zu durchbrechen, oftmals auf den „dünneren“ Außenbahnen über Hendrick Zuck und Philipp Hercher, der mit Jean Zimmer eine prächtige Achse bildete.

Fanschaft stockt erst mal der Atem

Zunächst aber stockte der Fanschaft der Roten Teufel der Atem. Sechs Minuten waren absolviert, da stand es 0:1. Christian Dorda flankte von der linken Seite in den Strafraum des FCK, Fridolin Wagner bugsierte den Ball nach einer unzureichenden Defensivaktion von Kevin Kraus liegend an die Latte, Muhammed Kiprit schoss zur Sicherheit nach. Sollte die Vorstellung bei den Löwen doch nicht nur ein Ausrutscher gewesen sein? Sollte der Trend sich so kurz vor Saisonschluss zum Negativen wenden nach der so imposanten Serie von sechs ungeschlagenen Partien? Der FCK beantwortete dies mit einem klaren Nein.

16. Minute: Felix Götze erobert den Ball, passt zu Hanslik, dessen Ablage verwertet Philipp Hercher zum 1:1. 27. Minute: Jean Zimmer öffnet mit einem Pass den Raum für Hercher, dessen Hereingabe in den Rücken der Uerdinger Abwehr veredelt Felix Götze zum 2:1; Götzes zweites Profitor, das erste für den FCK. 39. Minute: Der überragende Hercher bedient Marvin Pourié, der in seinem 100. Drittligaspiel zum 3:1 trifft. Drei Scorerpunkte in einer Hälfte, das ist Hercher bisher noch nicht gelungen. „Ich versuche mit Leistung voranzugehen. Keine Ahnung, es läuft einfach, Jean Zimmer legt mir die Bälle auch immer gut auf“, sagte Hercher. Marco Antwerpen war von der Leistung seines Schützlings „beeindruckt“ und darüber „sehr glücklich“. Sein Lob galt der gesamten Mannschaft: „Die Jungs haben das überragend gemacht, gerade mit Ball.“

Ansehnliche Kombinationen

So ansehnlich der FCK kombinierte und abschloss, so nachlässig agierte er ein-, zweimal in der Defensive. Bei Standards lag der Geruch eines Gegentreffers in der Luft. Zuck klärte einen Traoré-Kopfball eben noch so vor der Linie (17.), Felix Götze nickte den Ball nach einer Göbel-Ecke an den eigenen Querbalken (31.).

Da das große Aufbäumen des KFC ausblieb, brachte der FCK die Führung locker über die Zeit. Mehr noch, er legte einen Treffer nach: In der 83. Minute krönte Hendrick Zuck seine Leistung, er traf nach einem Doppelpass mit Jean Zimmer zum 4:1. Marco Antwerpen wollte keine Hochrechnung anstellen, wie viele Punkte seine Elf noch braucht. Des Trainers Losung ist simpel: „Wenn wir alles gewinnen, kann uns keiner mehr einholen.“

Gegen 16 Uhr donnerte und grollte es rund um das Fritz-Walter-Stadion erneut. Es waren die Zentnerlasten, die polternd und krachend den Betzenberg hinunterrollten.

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So spielten sie

1. FC Kaiserslautern: Spahic - Rieder, Kraus, Sickinger - Hercher, Götze (71. Sessa), Ouahim (79. Senger), Zuck - Zimmer, Pourié (71. Ritter), Hanslik (61. Redondo)

KFC Uerdingen: Jurjus - Traoré (76. Girdvainis), Lukimya, Schneider, Dorda - Göbel (46. Marcusson), Fechner (61. Pusch), Gnaase, Anapak (46. Feigenspan) - Wagner - Kiprit

Tore: 0:1 Wagner (6.), 1:1 Hercher (14.), 2:1 Götze (27.), 3:1 Pourié (39.), 4:1 Zuck (83.) - Gelbe Karten: Götze (2), Zuck (5) - Gnaase (6) - Beste Spieler: Hercher, Götze, Zimmer, Sickinger - Wagner - Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Bonn).

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