Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Traumeinstand für Trainer Illzer: „Sturm“ Hoffenheim dreht das Spiel

Jacob Bruun Larsen (zweiter v.r.) jubelt nach seinem Treffer zum 4:3-Endstand kurz vor Schluss mit seinen Hoffenheimer Mannschaf
Jacob Bruun Larsen (zweiter v.r.) jubelt nach seinem Treffer zum 4:3-Endstand kurz vor Schluss mit seinen Hoffenheimer Mannschaftskollegen.

Die TSG 1899 Hoffenheim schlägt den Titelaspiranten RB Leipzig mit 4:3 (1:2). Christian Ilzer, der neue Trainer, feierte so einen Traumeinstand.

Christian Ilzer, nun der Mann an der Seitenlinie bei der TSG 1899 Hoffenheim, jubelte, freute sich, als die langen vier Minuten Nachspielzeit dann schließlich doch vorbei waren. In der Schlussphase drehte seine Mannschaft vor 28.023 Zuschauern die Partie gegen RB Leipzig und siegte 4:3. Die Zuschauer illuminierten den Sieg mit ihren Handys. „Ein Debüt, wie man es sich schöner nicht vorstellen kann. Es war eine Achterbahnfahrt, ein emotionales Spiel. Ich mag das Gesicht, das die Mannschaft gezeigt hat“, betonte der Bundesliga-Novize aus Österreich.

In der 82. Minute lag RB noch 3:2 vorne, dann traf Adam Hlozek zum 3:3 und der eingewechselte Jacob Bruun Larsen sorgte mit seinem Kopfballtreffer in der 86. Minute für den 4:3-Sieg. „Ich hatte keine leichte Zeit. Man muss die Spielzeit nutzen, die man bekommt. Ich bin froh, dass die Mannschaft sich belohnt hat“, sagte der Matchwinner und sorgte für viel Frust aufseiten der Leipziger. „Wir waren dreimal in Führung“, sinnierte RB-Spieler Christoph Baumgartner.

Spektakuläre Partie

Exakt. Es war eine spektakuläre Partie, ein aufregender Schlagabtausch. Nach Willi Orbans 1:0 in der 15. Minute gelang Adam Hlozek der Ausgleich (17.). Antonio Nusa brachte RB wieder in Führung (19.), Tom Bischof glich mit einem klasse Freistoß abermals aus (50.). Leipzig legte durch ein Eigentor von Stanley Nsoki wieder vor. Die Gäste kontrollierten das Spiel, sie schienen einem Auswärtssieg entgegenzusteuern. Dann schlug Hoffenheim spät zu. Es war das vierte sieglose Spiel der Sachsen.

„Wir haben es nicht geschafft, die drei Führungen zu nutzen, auch mental. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir noch drei, vier, fünf, sechs, sieben Prozent an Schärfe draufpacken“, sagte RB-Trainer Marco Rose. „So haben wir folgerichtig verloren. Es sind ein paar Muster erkennbar. Die Niederlage, das macht was mit einem Champions-League-Verein. Wir werden jetzt stürmische Zeiten haben in Leipzig.“ Nun wartet Inter Mailand in der Champions League.

„Es war eine gute Energie da“

Am Montag leitete Christian Ilzer, der Nachfolger des freigestellten Pellegrino Matarazzo, das erste Training in Zuzenhausen. Schon in den ersten Tagen hat der frühere Coach von Sturm Graz dem Team neues Selbstvertrauen eingeimpft. „Es war eine gute Energie da. Viele Dinge haben schon überraschend gut geklappt. Wir haben neue Themen mitbekommen“, erläuterte der 47-Jährige.

„Sturm“ Hoffenheim. Christian Ilzer ist der bereits vierte entscheidende Neuzugang aus Graz. Alles begann mit Alexander Prass. Als die TSG 1899 den österreichischen Nationalspieler im August holte, war noch nicht absehbar, dass dies der Beginn eines kleinen Transferreigens sein würde. Als Nächstes holten die Kraichgauer Andreas Schicker aus der Steiermark, er wurde der Nachfolger von Alexander Rosen, dem Geschäftsführer Sport. Ihm folgte, genau, ebenfalls aus Graz, der technische Direktor Paul Pajduch. Und seit Montag hat nun Christian Ilzer das Sagen. Mit Sturm Graz holte er das Double und führte den Klub in die Champions League. „Großes Kino, ein cooler Film“, so wertete er seinen ersten Auftritt in der Bundesliga. Sich mit dem kommenden Gegner in der Europa League, Sporting Braga, zu beschäftigen, dafür hatte Christian Ilzer noch keine Zeit. Eins nach dem anderen.

Hoffenheims neuer Trainer Christian Ilzer (rechts) feierte mit dem späten Sieg gegen RB Leipzig ein perfektes Debüt an der Seite
Hoffenheims neuer Trainer Christian Ilzer (rechts) feierte mit dem späten Sieg gegen RB Leipzig ein perfektes Debüt an der Seitenlinie.
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