Kommentar
Streaming-Dienst DAZN erhöht Preise: Über das Ziel hinaus
Bundesligaspiele anzuschauen wird langsam, aber sicher zum Luxus. Wenige Wochen vor dem Start der neuen Saison dreht ein fast schon üblicher Verdächtiger wieder an der Preisschraube: Der Streaming-Anbieter DAZN knöpft Fußballfans jetzt bis zu 45 Euro im Monat für Bundesliga und Champions League ab.
So viel müssen Neukunden für das Abo „DAZN Unlimited“ ab sofort zahlen, wenn sie die Freitags- und Sonntagsspiele aus Deutschlands Oberhaus schauen, aber auch monatlich kündigen wollen. Alternativ gibt’s das Jahresabo für knapp 30 Euro im Monat. Schon 2022 und zuletzt im Januar dieses Jahres hatte Dazn aufgeschlagen. Für Bestandskunden ändere sich allerdings nichts, betont das Unternehmen. Außerdem krempelt der Online-Anbieter auch die Abo-Struktur um: Diejenigen, die sich weder für Bundesliga, noch für Königsklasse interessieren, kommen künftig sogar etwas billiger weg. Für diese Kunden ist das gut, für alle anderen allerdings nur ein schwacher Trost.
Investitionen müssen sich lohnen
Natürlich sind Anbieter letztlich auch nur Bieter, die sich ihre Übertragungsrechte teuer erkaufen müssen. Zusätzliche Investitionen müssen sich für sie lohnen. Das betrifft nicht nur DAZN. Auch die Konkurrenz, Sky oder Magenta, kann ein Lied davon singen. Der Zuschauer ist bei dieser Art Wettbewerb immer der Verlierer. Vor allem, seit die Rechte aufgeteilt und mehrere Abos nötig sind, um den Herzensverein überall zu verfolgen. Aus dem Tarifdschungel die besten Angebote zu filtern, wird immer schwieriger. Im Sinne der Zuschauer wäre da ein echter Wettbewerb: Mehrere Anbieter bekommen das komplette Paket und Fans können wählen. Das wird jedoch ein frommer Wunsch bleiben.
Fehlende Transparenz
Dass Abopreise steigen, ist erst einmal legitim – vor allem bei zusätzlichem Angebot oder gestiegenen Kosten. Doch mit der dritten – zum Teil saftigen – Erhöhung in zwei Jahren ist DAZN über das Ziel hinausgeschossen. Was wirklich fehlt, ist eine überzeugende Begründung, wie der noch einmal erhöhte Preis zustande kommt. So schweigt sich der Anbieter etwa zur Anzahl seiner Abonnenten in Deutschland aus. Wenn das Unternehmen hier Zahlen nennen würde, könnte es womöglich mehr Akzeptanz statt Unverständnis und Frust für die Erhöhung schaffen. So aber werden Fans vor vollendete Tatsachen gestellt. Es wird sich in der Zukunft zeigen, wie lange sie das „Geschäft“ noch mitmachen.