Sicherheitskonferenz Reza Pahlavi: der demokratische Sohn des Schahs
Viele Jahre war ein gewisser Javad Zarif der Chefdiplomat der Islamischen Republik Iran. Wenn er alljährlich im Februar bei der Münchner Sicherheitskonferenz auftrat, wusste jeder, was kommt: das flinke rhetorische Florett. Zarifs Tiraden gegen die USA und Israel, gegen den „imperialistischen Westen“, sind legendär.
Dieses Jahr hat Teheran keine Einladung nach München erhalten. Die iranische Waffenhilfe für Russland ist ein wesentlicher Grund. Stattdessen saß am Samstag ein gewisser Reza Pahlavi auf einem offiziellen Podium der Konferenz, die 40 Staats- und Regierungschefs sowie fast 100 Minister sowie Außenpolitik- und Militärexperten aus 96 Ländern zusammenbringt. Kurz danach stellte sich der 62-jährige Iraner, der Presse.
„Die Opposition einen“
Der älteste Sohn des letzten Kaisers auf dem Pfauenthron ist der nominelle Kronprinz. Aber mit der Monarchie, welche in der Iranischen Revolution 1979 hinweggefegt wurde, will er nichts mehr am Hut haben. „Meine einzige Aufgabe ist, mein politisches Kapital zu nutzen, um die Bewegung zum Sturz des Mullah-Regimes zu einigen“, betont er in ruhigem Ton, mal in fließendem Englisch, mal auf Farsi.
„Ich bin nicht an einem Regierungsamt interessiert“, erwidert Reza Pahlavi Fragen nach seiner Zukunft für den Fall, dass das Regime in Teheran tatsächlich gestürzt würde. Dass gerade Europa ein Interesse daran haben müsse, betont der Prinz mehrfach: „Wir sind natürliche Alliierte.“ Die Energieunsicherheit infolge des Kriegs in der Ukraine könne sofort ein Ende haben. Der Iran besitzt die größten Gasreserven der Welt.
Separate Demos
Dass die Opposition aber nach wie vor zersplittert ist, gesteht der Prinz ein. In München haben die Royalisten und die Exilanten der Volksmudschahedin separat demonstriert. „Uns eint viel mehr, als uns trennt“, gibt sich der 62-Jährige trotzdem überzeugt, dass ein neuer, demokratischer Iran kein Traum, sondern ein realistisches Projekt ist. Die Protestbewegung der vergangenen Monate, getragen maßgeblich von der iranischen Jugend, zeige das eindrücklich.