Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Hoffenheim siegt gegen Hertha: Ein Schritt weg vom Abgrund

Andrej Kramaric verwandelt in der 24. Minute einen Handelfmeter zum 1:0 für die TSG Hoffenheim.
Andrej Kramaric verwandelt in der 24. Minute einen Handelfmeter zum 1:0 für die TSG Hoffenheim.

Die TSG 1899 Hoffenheim schlägt Hertha BSC mit 3:1 und landet den ersten Sieg seit Oktober. Groß ist die Erleichterung. Andrej Kramaric behält die Nerven. Aber was macht Munas Dabbur?

Die Presseabteilung der TSG 1899 Hoffenheim garniert den Spielberichtsbogen gerne mit der einen oder anderen markanten Zahl. So war zu erfahren, dass Andrej Kramaric gegen kein anderes Bundesliga-Team so viele Tore erzielt hat wie gegen Hertha BSC. Nämlich zehn. Stand Samstag, 15.30 Uhr.

In der wegweisenden Partie am Abgrund schraubte der Kroate die Zahl sogar noch nach oben. Nun ist er bei zwölf Treffern angekommen in den Spielen gegen die Hertha. Stand: 17.20 Uhr. Beide Tore erzielte Kramaric vom Elfmeterpunkt. In der 24. Minute schoss er einen Handelfmeter in die Mitte des Tores zum 1:0. Nach einem Kopfball von Anthony Brooks bekam Tolga Cigerci den Ball an die Hände, die er in dem Moment nach oben gestreckt hatte. Für Schiedsrichter Frank Willenborg eine klare Sache. Zwölf Minuten später brachte Filip Uremovic Ihlas Bebou zu Fall, wieder zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt, abermals verwandelte Andrej Kramaric sicher. 2:0. „Wir haben gezeigt, dass wir es noch können“, sagte der Torschütze.

Hoffenheim klar besser

Die TSG 1899 war die klar bessere Mannschaft, Hertha bekam keinen Stich. Die Gäste waren einfallslos, entwickelten wenig Ideen im Spielaufbau. Hertha BSC ist die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga, am Samstag wurde klar, warum dem so ist. Erst nach der Pause wachte die Elf vor 25.027 Zuschauern ein wenig auf, haderte mit einem nicht gegebenen Strafstoß, als der Ball Robert Skov an den Arm sprang. Wie kompliziert!

Zwei Minuten später macht der agile Ihlas Bebou alles klar: Allein gegen alle: Der Angreifer düpierte seine Gegenspieler und schob raffiniert zum 3:0 ein. Die Hoffenheimer Abwehr ließ nicht mehr viel zu, erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit kam die Hertha zum 1:3 durch den eingewechselten Stevan Jovetic. Neuzugang Anthony Brooks zeigte seine bislang beste Leistung für die TSG.

Schiedsrichter Frank Willenborg zeigt dem gerade erst eingewechselten TSG-Stürmer Munas Dabbur die Rote Karte.
Schiedsrichter Frank Willenborg zeigt dem gerade erst eingewechselten TSG-Stürmer Munas Dabbur die Rote Karte.

Das nennt man einen Befreiungsschlag. Die TSG sprang auf den 15. Platz. Hertha ist nun auf dem Relegationsrang. „Wir konnten unser Spiel nicht aufziehen. Wir müssen ruhig weiterarbeiten. Wir haben zu Hause noch alle direkten Konkurrenten“, sagte Maximilian Mittelstädt.

Es war der Tag der Premieren in Sinsheim. Das 3:0 war der erste Sieg für die TSG in diesem Jahr, und es war der erste Sieg für den neuen Trainer Pellegrino Matarazzo. Gut für ihn, denn er stand vor der Partie mächtig unter Druck. Das Wort vom „Endspiel“ für ihn machte die Runde. Sportdirektor Alexander Rosen lobte den Coach nach dem Spiel, fand es gut, „dass er während der Woche bei sich geblieben ist“. Und den Rückhalt in der Mannschaft hat er eh. „Der Trainer macht es sensationell gut. Die Mannschaft steht zu 100 Prozent hinter ihm. Ich war mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen“, betonte Offensivspieler Christoph Baumgartner.

Schwarz: Verdiente Niederlage

3:1, weiter geht’s nach der Länderspielpause. Matarazzos Stimmung ein ganz klein wenig getrübt haben dürfte lediglich die Rote Karte für Munas Dabbur. Der Israeli war noch nicht einmal zwei Minuten auf dem Feld, foulte den davoneilenden Dodi Lukebakio. „Es war eine völlig verdiente Niederlage. Wir haben keine gute Leistung gezeigt. Wir haben Geschenke verteilt und nach dem Rückstand keine gute Reaktion gezeigt“, sagte Hertha-Trainer Sandro Schwarz.

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