Fußball
FK Pirmasens siegt in der Oberliga in Eppelborn und freut sich auf den HSV
Mitte der zweiten Halbzeit am Samstagnachmittag im Illtalstadion, wo das Oberligaspiel zwischen dem FV Eppelborn und dem FK Pirmasens längst entschieden ist. 5:0 führen die Pfälzer bei den Saarländern, doch es werden immer wieder zwei Wörter gerufen. „Kein Gegentor!“, fordern unter anderem FKP-Trainer Daniel Paulus und Kapitän Yannick Grieß von ihren Mitstreitern, das Match trotz der Hitze konzentriert zu Ende zu spielen und im dritten Pflichtspiel der Saison erstmals ohne Gegentreffer zu bleiben. Nun, es gelingt. Titelanwärter Pirmasens siegt – auch dieser Höhe verdient – mit 5:0.
„Vergangene Saison haben wir 18-mal zu null gespielt. Das gibt Selbstvertrauen“, erklärt der Mann, dem Spiele ohne Gegentor am allerwichtigsten sind: FKP-Keeper Benjamin Reitz. Und Selbstvertrauen braucht der Fünftligist nicht zuletzt am kommenden Samstag (13 Uhr), wenn es in der ersten DFB-Pokal-Runde auf der Husterhöhe im seit Wochen ausverkauften Framas-Stadion vor 10.000 Zuschauern gegen den Hamburger SV geht. „Auch da werden wir versuchen, so lange wie möglich die Null zu halten“, sagt Reitz, der bei diesem Vorhaben auf die „wieder alles abräumenden“ Abwehrrecken Yannick Grieß und Michael Müller setzt und auch gegen die Bundesligaprofis von der Elbe mit ihren Star-Angreifern Yussuf Poulsen und Robert Glatzel „eine kleine Chance“ sieht.
In der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar sind die Pirmasenser, die in den vergangenen drei Saisons jeweils den dritten Platz erreichten, zweifelsohne auch diese Saison eine Spitzenmannschaft. Das demonstrierten sie an der Ill von Anfang an. Mit überfallartigem Pressing stellte der spielerisch klar bessere FKP die langen Eppelborner Kerls immer wieder vor sehr große Probleme.
Drei Treffer in 13 Minuten
„Wir haben genauso gespielt, wie wir es wollten“, stellte hinterher FKP-Rechtsaußen Luka Dimitrijevic fest. Nach zwölf Minuten führte sein Team durch Treffer von Nico Wiltz und Dennis Krob schon mit 2:0. Dabei blieb es bis zur Pause trotz riesiger Chancen für Dimitrijevic und Krob, dessen Schuss an der Unterlatte landete.
In den ersten 13 Minuten der zweiten Hälfte legten die Pirmasenser drei Treffer nach. Erst machte der beim Abschluss so ruhige, etliche klasse Pässe spielende Wiltz sein zweites Tor, dann auch Krob, der einen perfekten Angriffszug über den starken Thomas Selensky, den dieses Mal in der Abwehrzentrale agierenden Mike Andreas und Dimitrijevic zum 4:0 abschloss. Dimitrijevic leitete danach selbst sein Tor zum 5:0 (58.) ein.
„Da qualmen die Füße“
Paulus wechselte nun fünfmal. Das Spiel verflachte, weil Vorsprung und Temperatur so hoch waren. „Da kommt die Hitze von oben und von unten“, verdeutlichte der 90 Minuten durchspielende Dimitrijevic die Besonderheiten eines Sommerspiels auf Kunstrasen und Trainer Paulus fügte hinzu: „Da qualmen die Füße. Das waren bestimmt 50 Grad auf diesem Untergrund.“
Paulus war insgesamt zufrieden mit seiner Mannschaft. „Wenn wir Tempo und Dynamik entwickeln konnten, waren wir haushoch überlegen. Wir müssen aber noch viel konsequenter und intensiver spielen“, sagte Paulus, der immer wieder energische Attacken seiner Mittelfeldspieler forderte.
Und damit an diesem heißen Samstag keiner zu wenig unterwegs gewesen ist, mussten die eingewechselten Spieler, darunter der nach kurzer Krankheitspause erst mal nur zuschauende Routinier Manuel Grünnagel, nach dem Spiel noch einige Sprints absolvieren. Paulus: „Wir haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt. Jetzt können wir uns eine Woche lang auf den DFB-Pokal freuen. Gegen den Hamburger SV spielt man ja nicht so häufig.“
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