FCK-Kolumne
Böhms Betze: Das sachte Murren
Der Blick war umsonst. Eigentlich wollte ich vor dem Heimspiel gegen Fürth meinen alten Sportchef Horst Konzok auf der Nordtribüne begrüßen, doch eine halbe Stunde vor dem Anpfiff war sein Platz noch verwaist. Nix war’s mit dem erhofften Plausch. Er war da, wie ich später von ihm erfuhr, jedoch hatte er ein Problem, das er mit vielen anderen zur Mittagsstunde teilte: Er musste lange warten, ehe er ins Stadion kam. Noch vor Spielbeginn verschickten die ersten Fans Bilder von den Menschenschlangen, die sich vor den Einlässen gebildet hatten. Manch einer grollte.
Der Stau war Programm
Die Vereinsgewaltigen verstehen den Unmut. Lange Wartezeiten seien für alle unbefriedigend, auch für den Klub selbst, ließ die Pressestelle auf Anfrage wissen. Allerdings seien mehrere krankheitsbedingte Personalausfälle beim Sicherheitsdienstleister und zeitweise technische Probleme bei den Drehkreuzen zusammengekommen. Ob der frühen Anstoßzeit strömten viele Fans zur gleichen Zeit gen Arena, der Stau war Programm. Immerhin: Bei Anpfiff hatten nur wenige ihren Platz noch nicht eingenommen. Für die Betroffenen ein schwacher Trost.
Ein leichtes Murren war auch am Donnerstag zu vernehmen, allerdings in den sozialen Netzwerken. Dass der Online-Ticketverkauf für das Topspiel bei Darmstadt 98 am Freitag um 9 Uhr beginnen sollte, stieß jenen Fans sauer auf, die wegen des Auswärtsspiels in Magdeburg entsprechend früh unterwegs waren. So ungeschickt der Zeitpunkt gewählt sein mochte: In dieser Sache konnte der FCK eh nur verlieren. Das Kontingent liegt bei 1700 Karten. Nicht jeder bekommt eine Karte, der diese aufgrund seines langjährigen Supports für den Klub verdient hätte.
Unser Autor
Andreas Böhm, 56, war einst Fan der Generation „Willst du bequem nach Hause laufen, musst du Roschy-Schuhe kaufen“. Seit 1995 ist er zum Glück der journalistischen Neutralität verpflichtet; seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.
