Rheinland-Pfalz
Zweibrücken: Feueralarm bei der Abiturprüfung
Ihre Französischklausur werden die Abiturienten des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums nicht so schnell vergessen. Die Alarmglocke schrillte: Feueralarm. Die Prüflinge blieben sitzen.
Von Georg Altherr
Trotz Feueralarms sitzen bleiben und weiterschreiben: Die Abiturienten des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums werden ihr Französisch-Abitur so schnell nicht vergessen. Am Montag voriger Woche schellte mitten in der Prüfung die Alarmglocke der Schule. Was tun? Rausrennen und die schriftliche Prüfung abbrechen oder einfach weitermachen?
Mitten im Hörverstehentest
Es war neun Uhr am Morgen. Die 13-er befanden sich gerade in der mehrstündigen schriftlichen Abiturprüfung in Französisch. Der Hörverstehentest hatte gerade begonnen, da glaubten die Schüler ihren Ohren nicht zu trauen. Der Französisch-Testsprecher war nicht mehr zu verstehen, weil er von der Sirene übertönt wurde. Den Physik-Abiturienten ging es ähnlich. Was also tun?
Das Gymnasium entschied für die knapp 30 Prüflinge. Der Schulleiter eilte in den Prüfungsraum, teilte den Abiturienten mit, dass es sich um einen Fehlalarm handele. Er veranlasste, dass die Prüfung fortgesetzt wird.
Schüler sammeln sich am Westpfalzstadion
Während die übrigen Schüler des Gymnasiums allesamt das Gebäude eilig verließen und, begleitet von ihren Lehrern, zum Westpfalzstadion liefen, versuchten die Abiturienten wieder, gesprochenes Französisch zu verstehen. Die Prüfer hatten den Hörverstehentest kurzerhand abgebrochen und neu gestartet. Ideal war die Situation für die Prüflinge nicht: Erst Alarm mitten in der Prüfung und dann angeblich nichts Ernstes. Die Konzentration war zunächst dahin.
Entwarnung: Gymnasium brennt nicht
Die übrigen Schüler sammelten sich derweil im Stadion, das für solche Fälle als Treffpunkt dient. Die Lehrer zählten sie dort durch. Als sich herumgesprochen hatte, dass das Gymnasium nicht brennt, führten die Lehrer ihre Schüler zurück in die Schule und setzten den Unterricht fort. Unterm Strich brachte der Alarm Lehrer und Schüler um den Genuss einer vollen Unterrichtsstunde.
Rauchmelder reagiert auf Staubwolke
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass an diesem Morgen Arbeiter das Büro des stellvertretenden Schulleiters umbauten. Dabei wirbelten sie soviel Staub auf, dass nicht nur dieses Büro, sondern auch Sekretariat und Flur in einer Staubwolke verschwanden. Der Rauchmelder löste Feueralarm für das gesamte Gebäude aus.
Schnelle Reaktion des Schulleiters
Schuldirektor Jörg Neurohr sagte am Donnerstag, die Schule habe „innerhalb von Sekunden“ festgestellt, dass es sich um einen Fehlalarm handeln müsse. Denn der Zusammenhang zwischen den Arbeiten und dem Alarm sei „direkt nachweisbar“ gewesen. Diese Information sei ihm „sehr schnell“ überbracht worden. Er sei daraufhin direkt zu den Abiturienten gelaufen und habe sie informiert. Er habe sich davon überzeugt, dass „die Prüfung unbeeinträchtigt“ geblieben sei. Daraufhin habe er die Schüler gefragt, ob man die Prüfung fortsetzen könne. Keiner habe einen Einwand erhoben. Neurohr sagte, die Prüflinge hätten quasi keine Zeit verloren. Es habe eine Zeitzugabe von „weniger als zehn Minuten“ gegeben, wenn überhaupt. Mehr sei auch nicht erforderlich gewesen.
Feuerwehr nicht alarmiert
Die Zweibrücker Feuerwehr hatte von dem Alarm gar nichts mitbekommen. Die Schule ist noch nicht an das automatische Alarmmeldesystem angeschlossen. Wenn die Feuermeldeanlage der Schule Alarm auslöst, ist dieser nur im Schulgebäude zu hören. Die Feuerwehr muss dann per Telefon gerufen werden.