Rheinland-Pfalz Weinbau: 35 Prozent der Betriebe haben aufgegeben

Die Anzahl der Weinbau-Betriebe in Rheinland-Pfalz ist zurückgegangen.
Die Anzahl der Weinbau-Betriebe in Rheinland-Pfalz ist zurückgegangen.

Die Anzahl der Weinbau-Betriebe ist zwischen den Jahren 2010 und 2023 um knapp 3300 – und damit rund 35 Prozent – zurückgegangen.

Im Jahr 2010 gab es in Rheinland-Pfalz noch 9382 Weinbaubetriebe. Im Jahr 2023 zählt das Statistische Landesamt 6110 Weinbauern und Winzer. Dass dieser Rückgang im Landschaftsbild nicht groß aufgefallen ist, hat möglicherweise damit zu tun, dass die Anbaufläche in all den Jahren trotz der Betriebsaufgaben nicht kleiner geworden ist, im Gegenteil: Wurde im Jahr 2010 auf 63.350 Hektar Wein angebaut, gab es im Jahr 2023 66.600 Hektar Rebfläche. Rheinland-Pfalz ist dabei das Weinland Nummer 1: Etwa 64 Prozent der 103.700 Hektar Rebfläche in Deutschland befinden sich laut Agrarbericht des Landes in den Anbaugebieten Ahr, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz und Rheinhessen. Rund elf Prozent der Fläche wird laut Bericht nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet.

Verschlechterung der Lage

Die Lage für die Winzer, die Trauben, Most und Fasswein verkaufen, ist derzeit sehr schlecht – denn viele Betriebe müssen mittlerweile draufzahlen, wenn sie ihre Ware veräußern. Das war noch bis vor zwei Jahren ganz anders, wie der Agrarbericht 2025 festhält, den die Landesregierung am Mittwoch in Mainz dem Landtag vorstellt: „Der durchschnittliche Gewinn der rheinland-pfälzischen Weinbaubetriebe hat sich ab 2016 kontinuierlich verbessert, er lag im Wirtschaftsjahr 2022/2023 im Durchschnitt bei etwa 92.000 Euro je Betrieb, für direktvermarktende Betriebe noch darüber. Genossenschaftlich organisierte Traubenerzeuger oder reine Fasswein produzierende Betriebe haben im Durchschnitt 20 Prozent niedrigere Gewinne.“ Doch nach dem Corona-Hoch sind die guten Jahre vorbei: Die Winzer machen große Verluste. Erwartet wird, dass viele Betriebe aus wirtschaftlichem Zwang heraus schließen müssen und auch die Weinberge nicht mehr bewirtschaftet werden.

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