Rheinland-Pfalz „Saarland Card“ schon sehr gefragt
«SAARBRÜCKEN.» Die im April neu eingeführte „Saarland Card“ erfreut sich bereits großer Nachfrage. Das sagte auf Anfrage Birgit Grauvogel, Geschäftsführerin der Tourismus Zentrale Saarland. Die ersten Erfahrungen mit der Karte, die Übernachtungsgäste gratis zur kostenlosen Nutzung zahlreicher Freizeitangebote erhalten, seien „sehr positiv“.
Unter dem Motto „Viel entdecken. Viel erleben.“ermöglicht die Card Touristen freien Eintritt zu über 60 Attraktionen im Saarland sowie teils auch in angrenzenden Regionen, darunter in der Pfalz. Zudem hat man mit der Karte freie Fahrt mit Bussen und Bahnen im saarländischen ÖPNV-Bereich. Bei der Vorstellung des „neuen Bausteins“ im Saar-Tourismus war betont worden, dass das Saarland als erstes Bundesland mit so einem All-inclusive-Kartenmodell für Übernachtungsgäste gestartet sei. Pläne für ein solches gibt es bekanntlich auch in der Pfalz. Beteiligte Gastgeber zahlen zur Finanzierung des Systems einen bestimmten Umlagebeitrag pro Gast und gebuchter Übernachtung, während die Leistungsträger auf einen Teil des eigentlichen Eintrittsgeldes verzichten – und aus dem durch die Umlagen gespeisten Topf einen Teil davon zurückerhalten. Touristen, die mindestens für eine Nacht in einem der beteiligten saarländischen Beherbergungsbetriebe bleiben, wird das attraktive Geschenk beim Check-in überreicht. Einsetzbar ist es auch noch am Abreisetag. Davon machten laut Grauvogel bisher schon viele Gebrauch. Und noch etwas Interessantes kann sie zur Verwendung der Saarland Card berichten: Bei den angesteuerten Ausflugszielen verzeichneten die Touristiker eine „flächendeckende“ Nutzung. „Die Gäste probieren die breite Angebotspalette aus und nutzen sie.“ Bemerkenswert sei dabei, dass nicht nur bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Völklinger Hütte besucht würden, sondern auch kleinere Einrichtungen wie zum Beispiel das Schulmuseum in Ottweiler. Auch solche Angebote könnten also von der Saarland Card profitieren, betont die Chefin der Tourismus Zentrale in Saarbrücken. Mittlerweile gebe es sogar keine einzige beteiligte Einrichtung, die noch nicht von einem Card-Besitzer aufgesucht wurde. Schon in den ersten sechs Wochen nach ihrem Start wurde die Gästekarte, wie das saarländische Wirtschaftsministerium damals mitteilte, 4770 Mal bei „unterschiedlichsten Gelegenheiten genutzt“. Aktuellere Zahlen, auch zu weiteren Aspekten wie der Entwicklung der Buchungen, waren noch nicht zu erfahren. Grauvogel sagte nur, dass bei einigen Häusern vermehrte Anfragen aufgefallen seien, verwies aber ansonsten darauf, dass erste Bilanzgespräche im Spätsommer geplant seien. Sie räumt allerdings ein, dass man erwartet habe, dass noch mehr Gastgeber bei dem Projekt mitmachen – und dass man weiter um Zugänge werbe. Beim Start waren rund 40 Betriebe mit von der Partie. Grauvogel betont auch, dass man es allein mit der erhobenen Umlage „nicht hätte stemmen können“. Möglich gewesen sei dies nur dank der Anschubfinanzierung vom Land, das rund 300.000 Euro zuschoss. Insgesamt ist das Card-Projekt für sie aber auf alle Fälle vielversprechend angelaufen: „Wir haben positive Effekte bei den beteiligten Betrieben und haben sehr zufriedene Gäste.“ Und man sei sich „ganz sicher, dass die Bekanntheit des Saarlandes als attraktive Urlaubsregion gestiegen ist“. Auch Birgit Grauvogel verfolgt nun mit Spannung, was aus den „Pfalzcard“-Plänen“ wird: Die Pfalz-Touristik will heute öffentlich ihre endgültige Entscheidung dazu bekanntgeben. Sie hatte (wie mehrfach berichtet) eigentlich bereits für dieses Jahr die Einführung einer pfalzweiten umlagefinanzierten Gästekarte angestrebt, den angepeilten Starttermin dafür aber im vorigen Sommer auf 2018 verschoben. Denn bis zum Juli 2016 hatten zwar zahlreiche Freizeiteinrichtungen, aber noch nicht genug Gastgeber ihre Teilnahme an dem vieldiskutieren Projekt zugesagt. Info Informationen zur Saarland Card gibt es im Internet unter www.card.saarland