Rheinland-Pfalz Saar-Airport: Ab Montag keine Starts und Landungen

Am Ende der Landebahn in Ensheim kann es schon mal eng werden. Deshalb lässt der Flughafen nun ab Montag für 4,3 Millionen Euro
Am Ende der Landebahn in Ensheim kann es schon mal eng werden. Deshalb lässt der Flughafen nun ab Montag für 4,3 Millionen Euro eine zusätzliche Abbremszone, ein EMAS-System, einbauen.

«SAARBRÜCKEN.»Der Luxair-Linienflug Hamburg via Saarbrücken nach Luxemburg am morgigen Sonntag um 22.15 Uhr wird der letzte Start für die nächsten drei Wochen am Flughafen Saarbrücken-Ensheim sein. 84 Linien- und drei Charterflüge fallen aus, weil der Saar-Airport in seine Sicherheit investiert.

Der gesamte Flugbetrieb ruht bis 30. März, weil am Ende der Landebahn ein zusätzlicher Puffer eingebaut wird. Für 4,3 Millionen Euro wird auf knapp 4000 Quadratmetern feuerfestes Schaumglas verbaut, das überschießende Maschinen im Fall der Fälle rechtzeitig und sicher zum Stehen bringen soll. Ein Schweizer Unternehmen hat den Auftrag, das sogenannte EMAS-System in Ensheim zu installieren. EMAS steht für Engineered Materials Arrestor System, also eine Abbremszone. Es wird nach Flughafen-Angaben zum ersten Mal an einem deutschen Airport verbaut. Wegen der kurzen Start- und Landebahn von 1990 Metern war der Einbau von Flugsicherheitsexperten empfohlen worden. Kieselsäureschaum – ein Recycling-Material – wird dabei in der Sicherheitszone des Auslaufs der Landebahn auf 85 Meter Länge und 45 Meter Breite aufgebracht. Laut einem Airport-Sprecher würde das System ein Flugzeug, dass mit 102 Stundenkilometer Geschwindigkeit (55 Knoten) in dieses Notbremssystem hineinrauscht, sicher und ohne Beschädigungen am Fahrwerk zum Stehen bringen. Seit Ende der 1990er-Jahre gibt es EMAS-Systeme in den USA. Dort sind bereits rund 70 Airports mit solchen Notfall-Bremszonen ausgestattet, in Europa sind es bisher Madrid und Zürich. Für den Einbau wird zwar der gesamte Flugbetrieb in Ensheim bis einschließlich Samstag, 30. März, eingestellt. Doch der Ankunfts- und Abflugbereich, das Terminal, bleibt laut Airport-Geschäftsführung inklusive der eingemieteten Reisebüros während der Flugfeldsperrung zugänglich.

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