Rheinland-Pfalz Süd-Müll-Unfall in Heßheim: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Eine strafrechtliche Verantwortung durch eine sorgfaltswidrige Handlung habe keiner bestimmten Person zugeordnet werden können, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Donnerstag mit. Im Rahmen der Ermittlungen seien elf Objekte von acht Firmen in vier Bundesländern durchsucht und knapp 50 Zeugen vernommen worden, so Ströber.
Zwei Menschen gestorben
In dem Zwischenlager für Sonderabfälle der Firma Süd-Müll in Heßheim starben 2018 zwei Mitarbeiter, nachdem sie eine Säure aus einem 60-Liter-Fass in einen zum Teil gefüllten 1000-Liter-Tank umgefüllt hatten. Der große Behälter enthielt nach Auffassung der Ermittler entgegen der Kennzeichnung eine deutlich basische Flüssigkeit, sodass es beim Umfüllen zu einer chemischen Reaktion kam. Den dabei entstandenen giftigen Schwefelwasserstoff müssen die beiden Männer eingeatmet haben. Einer starb an der Unfallstelle, der andere später im Krankenhaus.
Mitarbeiter hätten pH-Wert ermitteln müssen
Wie es trotz der Dokumentation des Umgangs mit den beiden Flüssigkeiten zu der falschen Kennzeichnung kommen konnte, hat die Staatsanwaltschaft nicht klären können. Ihrer Ansicht nach hätte der tödliche Unfall sehr wahrscheinlich verhindert werden können, wenn einer der beiden Mitarbeiter vor dem Umfüllen mit einem pH-Papier geprüft hätte, ob sich die Lösungen wirklich miteinander vertragen.
„Hinweise auf ein Organisationsverschulden von Vorgesetzten der beiden Verstorbenen haben sich nicht ergeben“, so Ströber. Ob es zu Ordnungswidrigkeiten kam, soll die Struktur- und Genehmigungsdirektion Neustadt klären.