Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Prozess gegen Ludwigshafener Paar: Baby aus sexuellen Gründen misshandelt?

Das Jugendamt informierte die zwei Beschuldigten offenbar frühzeitig, dass gegen sie wegen Kindesmisshandlung ermittelt wird. ar
Das Jugendamt informierte die zwei Beschuldigten offenbar frühzeitig, dass gegen sie wegen Kindesmisshandlung ermittelt wird. archiv

Im Prozess gegen eine 26-jährige Ludwigshafenerin und ihren zwei Jahre jüngeren Partner, die ihr Baby schwer misshandelt haben sollen, wurde die Frau am Montag schwer belastet: Sie habe schon länger „das Bedürfnis, an kleine Kinder dranzugehen“, soll sie während der Untersuchungshaft einer Mitgefangenen anvertraut haben.

Sexueller Missbrauch ist eine der Straftaten, die dem Paar in dem Prozess vor dem Frankenthaler Landgericht vorgeworfen wird. „Was sie gesagt hat, war sehr erschreckend für mich, das war schon hart“, berichtete die 28-jährige Zeugin, die nach eigenen Angaben im Gefängnis mehrere Monate Kontakt zu der Angeklagten hatte. Die 26-Jährige habe ihr erzählt, dass sie aus sexuellen Gründen dem knapp sieben Wochen alten Baby mehrfach mit einem Finger und einem Thermometer tief in den Po gestochen habe. Eine Perforation des Enddarms ist eine der Verletzungen, die bei dem Baby festgestellt wurden.

Aussagen teilweise wieder zurückgenommen

In der ersten Zeit in der Haftanstalt habe die Angeklagte „sehr offen“ von den Geschehnissen im Oktober vergangenen Jahres erzählt, berichtete die Zeugin. Später habe sich das geändert und die Angeklagte habe gesagt, sie habe das Thermometer zu tief in den After des Säuglings eingeführt, weil sie unerfahren gewesen sei.

Wie die Zeugin weiter berichtete, habe die Angeklagte die Vermutung geäußert, Verletzungen am Penis des Babys seien darauf zurückzuführen, dass der 24-jährige Partner versucht habe seinen Sohn zu beschneiden. Die weiteren Verletzungen, die das Baby bei seiner Einlieferung in ein Krankenhaus hatte, seien der Beschuldigten zufolge bei einem Autounfall verursacht worden.

Polizei über Jugendamt erstaunt

Eine Mitarbeiterin des Jugendamts, die die Familie betreut hatte, habe das Paar entgegen dem Wunsch der Polizei frühzeitig darüber informiert, dass ermittelt wird, so eine Kommissarin. Die Stadtbedienstete habe das damit begründet, sie wolle „auf keinen Fall, dass das Vertrauensverhältnis gestört wird“. Beamte berichteten, dass das Paar nicht bedrückt oder beeindruckt gewirkt habe. „Ich hatte den Eindruck, für ihn war es am schlimmsten, dass wir ihm sein Handy abgenommen haben“, sagte ein Polizeibeamter. Der Prozess wird am 16. September fortgesetzt.

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