Rheinland-Pfalz
Pfälzische Geschichte: Die ersten Rheinbrücken der Neuzeit entstehen ab den 1860ern
Und: Probleme mit den Bauwerken gab’s auch schon früher.
Die Musik spielt zunächst mal in Köln, am 3. Oktober 1859: Eröffnung der ersten festen Brücke über den Rhein seit der Römerzeit, der preußische Prinzregent, später als Wilhelm I. Kaiser, feiert mit. Am Vorabend gibt’s Ständchen, der Kölner Männergesangsverein singt „Die Wacht am Rhein“ und „Die drei Röslein“, am Tag darauf folgen Tschingderassabum und Paraden. Die Brücke mit ihren eindrucksvollen Portalen, sie soll den Hohenzollern ein Denkmal setzen. Sie trägt einem massiv gestiegenen Warenaustausch innerhalb des Deutschen Zollvereins Rechnung. Und: Sie setzt auch die pfälzischen und badischen Kommunen unter Zugzwang.
Von 0 auf knapp 15.000 Kilometer steigt die Länge der deutschen Eisenbahnnetzes zwischen 1830 und 1865 – und der Brückenbau zu Köln schafft da natürlich Fakten für die künftige Strukturentwicklung. Von der will man sich weder in der bayerischen Pfalz noch in Baden abhängen lassen – und so nimmt man schon 1861 die Planung für eine feste Rheinbrücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim auf.
Großer Sprung nach vorne, dies: Seit 1669 verbindet eine „fliegende Rheinbrücke“, eine Pendelfähre, Mannheim und die Rheinschanze. Anfang des 18. Jahrhunderts wird eine Schiffsbrücke gebaut, und mit Aufkommen des Eisenbahnverkehrs wird die Verbindung noch einmal enger: Die 1862 gegründete „Trajektanstalt“ betreibt dampfgetriebene Fähren, die Eisenbahnwaggons über den Fluss schippern.
Die erste feste Verbindung entsteht dann ab 1865, zweigleisige Eisenbahn- nebst Straßenbrücke in etwa an der Stelle der heutigen Konrad-Adenauer-Brücke. Mit prächtigen Portalen natürlich, man will sich von den Preußen nicht lumpen lassen. Vollständig fertigstellt wird sie drei Jahre später. Hat alles ein wenig länger gedauert als geplant: Mannheim hat für den Bau seinen Hauptbahnhof verlegen müssen. Interkommunale Projekte dauern. Kennt man ja.