Rheinland-Pfalz Neue Wörther Rheinbrücke 20 Jahre lang geplant

«Wörth.»Kurz vor Weihnachten wurden die Pläne für die zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe fertig. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) ließ sich gestern in Speyer den Planfeststellungsbeschluss von Vertretern des ihm unterstellten Landesbetrieb Mobilität übergeben. Der Beschluss trägt das Datum 21. Dezember. Der BUND Südpfalz will gegen ihn gerichtlich vorgehen. Eine Klage kann aber erst eingereicht werden, wenn die Pläne öffentlich ausliegen. Dies ist für März geplant.
hatte den Beschluss für den badischen Teil der Brücke Mitte September vor- und im Oktober ausgelegt. Dagegen wollen Karlsruhe und Phillipsburg sowie der BUND Mittlerer Oberrhein klagen. Begonnen wurde mit der Planung für eine zweite Rheinbrücke vor 20 Jahren. Die älteste Karte für das Projekt im Archiv der RHEINPFALZ stammt von 1998. Auf ihr sind sieben Varianten verzeichnet, darunter auch die Trasse, die jetzt gebaut werden soll. Mit den Trassenvarianten setzten sich eine Machbarkeitsstudie (1998/99) und eine Umweltverträglichkeitsstudie (2005) auseinander. Beide flossen in das Raumordnungsverfahren ein. Hier fiel die Entscheidung 2006 für die Variante 1,4 Kilometer rheinabwärts der bestehenden Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe. Für die lange Dauer der folgenden Detailplanungen gibt es zwei Gründe: In Baden-Württemberg gelangte 2011 mit der in Karlsruhe wohnenden Gisela Splett (Grüne) eine engagierte Gegnerin des Projekts auf den Sessel des Staatssekretärs im Stuttgarter Verkehrsministerium. Ihr gelang es mit einen öffentlichen „Faktencheck“ die Planung um zwei, drei Jahre zu verzögern. Nach den Landtagswahlen 2016 wechselte sie ins Finanzministerium; danach kam das Verfahren in Baden-Württemberg zügig voran. In Rheinland-Pfalz haben die Planer damit zu kämpfen, dass die Trasse zur zweiten Rheinbrücke sich zwischen Natur- und Vogelschutzgebieten durchschlängelt. Diese werden notgedrungen auch beeinträchtigt – darauf werden sich wohl auch die schon lange angekündigten Klagen der Naturschutzverbände konzentrieren. Die Planer waren deshalb von Anfang bemüht, möglichen Einwänden den Wind aus den Segeln zu nehmen und „gerichtsfest“ zu planen. Und das dauert. Trotz alledem ist die Planung für die zweite Rheinbrücke nur ein Torso: Mit der Planung für die Anbindung der B 36 in Karlsruhe wurde erst begonnen. Und nur mit ihr ist das ganze Projekt wirklich sinnvoll – darin sind sich sogar Brückengegner und -befürworter einig.