Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Nachruf Randolf Stich: Mann für schwierige Missionen

Randolf Stich
Randolf Stich

Der frühere Staatssekretär im Innenministerium ist am Sonntag nach schwerer Krankheit gestorben. Das teilte die Staatskanzlei in Mainz am Montag mit. Stich wurde nur 57 Jahre alt.

Seine sonore Stimme, seine herzliche Art und sein Humor zeichneten den SPD-Politiker und gebürtigen Neustadter Randolf Stich aus. Seit er 2014 das landespolitische Parkett betreten hat, fehlte es ihm nie an herausfordernden Aufgaben. Er war der Mann für schwierige Missionen im Innenministerium. Aber er verlor nie die Nerven und nur selten verging ihm das Lachen. Im Ministerium startete der Jurist zunächst als Ministerialdirektor, im Jargon „kleiner Staatssekretär“ genannt, wurde 2015 Staatssekretär und Amtschef unter dem damaligen Minister Roger Lewentz (SPD). Er brachte das IT-Management des Landes nach vorn, war für Streitkräfte und den Katastrophenschutz zuständig.

Persönlich nach Shanghai geflogen

Ebenso gehörten die Infrastrukturprojekte zu seinem Aufgabenbereich. Als 2016 der Verdacht aufkam, das Land sei beim Verkauf des Flughafens Hahn im Hunsrück Hochstaplern aufgesessen, war es Stich, der nach Shanghai flog, um dort zu erfahren, dass die vorgelegten Bankauskünfte gefälscht waren. Das Verkaufsverfahren musste neu aufgesetzt werden. Nach seinem Jurastudium in Mainz hatte Randolf Stich zunächst eine Richterlaufbahn eingeschlagen, er war Vorsitzender Richter am Landgericht Koblenz.

Vor seinem Wechsel ins Innenministerium war er im Justizministerium tätig. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) würdigte ihn: „Ich habe Randolf Stich für sein hohes fachliches Wissen und seine große politische Erfahrung sehr geschätzt. Sein Tod schmerzt sehr. Weit über die Landesregierung hinaus war er bei den Blaulichtorganisationen, in der kommunalen Familie und bei vielen anderen Partnern der Landesregierung äußerst beliebt und aufgrund seines Sachverständnisses höchst anerkannt. Seine unkomplizierte humorvolle Art wird fehlen, mir ganz persönlich wie auch seinen vielen Weggefährten.“

Im September 2022 war Stichs schwere Krebserkrankung bekannt geworden, zwei Monate später trat er in den einstweiligen Ruhestand. Er hinterlässt Frau und Tochter, mit denen er in Mainz gewohnt hat.

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