MAINZ
Landeselternsprecher fordert tägliche Schnelltests für Schüler
„Die Elternschaft ist geteilter Auffassung“, sagt der rheinland-pfälzische Landeselternsprecher Reiner Schladweiler gegenüber der RHEINPFALZ mit Blick auf den Unterrichtsbeginn. Einerseits seien gerade die Grundschüler darauf angewiesen, dass für sie der Unterricht wieder beginne. Denn: „Sie benötigen einen strukturierten Tagesablauf und sie vermissen ihre Bezugspersonen, ihre Lehrer.“ Und mit der Einführung des Wechselunterrichtes könnten in den Klassenzimmern die Abstände besser eingehalten werden: „Das verringert das Ansteckungsrisiko.“
Andererseits, so Schladweiler weiter, „lautet unsere Forderung: Beginn des Unterrichtes dann, wenn r die Bedingungen dafür erfüllt sind“. Und dies sei nicht zu erkennen. Die Probleme würden schon auf dem Schulweg anfangen. Der Nahverkehr müsste entzerrt werden, damit die Schulbusse nicht mehr so voll sind. Und in den Klassenzimmern müssten endlich Raumlüfter vorhanden sein und zwischen den Kindern Trennscheiben aus Plexiglas aufgestellt werden.
Ansteckungsgefahr in den Schulbussen
Zwar seien die Schulen nach den bisherigen Erfahrungen keine Corona-Hotspots, betonte der Landeselternsprecher. Aber wenn die Kinder in den Bussen dicht an dicht stehen, könnten sie sich leicht anstecken. Wenn dies passiere, werde das Virus in die Schulen und am Nachmittag in die Familien getragen. Deshalb müssten endlich Schnelltests angeschafft werden, damit vor Unterrichtsbeginn und nach dem Unterrichtsende jeder Schüler getestet werden kann. Doch die Bundesregierung sei bisher nicht in der Lage gewesen, dies zu ermöglichen.
Dabei seien die Eltern nach Schladweilers Worten aufgrund der Schulpflicht gezwungen, ihre Kinder dem Ansteckungsrisiko auszusetzen. „Dabei wissen wir noch nicht, wie sich die Mutationen auf die Kinder auswirken.“ Und nicht zu vergessen: Wenn es zu einer tödlich verlaufenden Virusinfektion komme, wäre ein solcher Fall durch die Unfallkasse Rheinland-Pfalz höchstwahrscheinlich nicht abgesichert, da man den Nachweis der Ansteckung nicht erbringen könne.
Lehrer begrüßen Anspruch auf Coronatest
Der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Bold, bezeichnete die Entscheidung zur Öffnung der Grundschulen als angemessen. „Mit dem Wechselunterricht in den Grundschulen erkennt man an, dass volle Klassenräume unter den aktuellen Bedingungen undenkbar sind.“
Bold begrüßte es, dass die Lehrkräfte nun jederzeit einen Anspruch auf einen anlasslosen Coronatest haben. Außerdem können nun FFP2-Masken über ein Online-Portal direkt von den Schulen bestellt werden. Wie der Schulelternsprecher pocht auch Bold weiter auf die landesweite Anschaffung von Raumluftfilteranlagen: „Das Virus wird uns noch lange begleiten, hier lohnen sich zukunftsgewandte Investitionen.“
Wechselunterricht an Grundschulen begrüßt
Bei der Vorstellung der neuen Beschlüsse im Ältestenrat des Landtags begrüßten alle Fraktionsvorsitzenden die Entscheidung zum Wechselunterricht an den Grundschulen. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Anke Beilstein, erklärte, die Bildungsministerin müsse zum Start des Wechselunterrichts „alle notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit ein sicherer Unterricht möglich ist“. Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Michael Frisch forderte „die Öffnung aller Schulen in Präsenz mit entzerrtem Unterrichtsbeginn und unter Einhaltung der Hygieneregeln“.
Die Präsenzpflicht an den Schulen wurde wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen am 16. Dezember aufgehoben. Am 4. Januar begannen dann alle Schulen in Rheinland-Pfalz mit dem Fernunterricht. Für die Kitas hat sich mit den neuen Beschlüssen nichts geändert – dort bleibt es beim Regelbetrieb bei dringendem Bedarf.