Rheinland-Pfalz Kostenlose Coronatests: Frist für Reiserückkehrer läuft aus
Dieser Test muss binnen 72 Stunden nach der Rückkehr erfolgen, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz. Bei Einreisen aus Risikogebieten gilt diese Frist noch bis 30. September.
Seit Anfang August gibt es Testmöglichkeiten für Einreisende nicht nur in den üblichen Einrichtungen wie etwa Corona-Ambulanzen, sondern auch an vier speziellen Stationen: am Flughafen Hahn, in Landau und in den Grenzregionen zu Luxemburg und Belgien. Deren Betrieb werde ab der kommenden Woche eingeschränkt, erklärte die Ministerin und verwies darauf, dass diese Test-Möglichkeiten nach Ende der Schulferien immer weniger genutzt worden seien.
Reduzierte Zeiten bei Landauer Teststation
So ist die Landauer Teststation ab Montag nur noch an Samstagen und Sonntagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Stadt Landau und der Kreis Südliche Weinstraße wollen die Station aber am Dienstag, 8. September, Mittwoch, 9. September, und Donnerstag, 10. September, jeweils von 16 bis 20 Uhr als kommunale Einrichtung betreiben. Seit Bestehen der vier Rückkehrer-Stationen wurden dort laut Bätzing-Lichtenthäler 29.000 Tests vorgenommen. Davon gab es 113 Fälle, in denen das Coronavirus bei Einreisenden aus Risikogebieten festgestellt wurde, und 33 Fälle bei Rückkehrern aus Nicht-Risikogebieten.
Elektronisches Einreisemanagement erwartet
Wie es mittelfristig weitergehe, werde auch von der bundesweiten Aktualisierung der Teststrategie – vermutlich ab dem 1. Oktober – abhängen, machte die Ministerin deutlich. Die Landesregierung erwarte, dass es dann auch ein „elektronisches Einreisemanagement“ gebe. An der Verarbeitung der oft handschriftlich erfassten Daten von Getesteten hatte es Kritik gegeben. Die Ministerin machte klar, dass sie – auch mit Blick auf die Kapazitäten – „anlassbezogene Populationstestungen“ für effizienter hält, um Neuinfektionen frühzeitig zu erkennen und Ansteckungsketten zu unterbrechen. Damit meint sie beispielsweise Tests im Umfeld eines infizierten Menschen.
Bis 15. September können sich auch alle, die in Schulen oder Kindertagesstätten tätig sind, kostenlos testen lassen. Diese einmalige Testung kann laut der Gesundheitsministerin nur von einem rheinland-pfälzischen Vertragsarzt beispielsweise in einer Corona-Ambulanz, Corona-Praxis oder Corona-Sprechstunde vorgenommen werden.
Patienten mit Symptomen sollen zum Hausarzt
Patienten mit Symptomen wie Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Geschmacksverlust können sich wie bisher bei ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin auf das Virus testen lassen, falls dies in der jeweiligen Praxis angeboten wird. Die Kosten übernimmt laut Ministerium die Gesetzliche Krankenversicherung. Sollte die Praxis keine Tests anbieten, hilft eine interaktive Karte auf der Internetseite www.kv-rlp.de der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz bei der Suche nach einer Alternative. Zum Schutz der dortigen Mitarbeiter müssen sich Patienten aber vorher telefonisch anmelden und ihre Versichertenkarte mitbringen. „Wir können nicht zulassen, dass Leute mit Symptomen einfach in Praxen hineinlaufen“, betonte KV-Vorstandschef Peter Heinz.
Aktuell gibt es laut KV landesweit 32 Corona-Ambulanzen und 369 Corona-Sprechstunden. Das System sei hoch flexibel und in der Lage, sich den jeweiligen Erfordernissen schnell anzupassen und effizient mit den Ressourcen umzugehen, sagte Heinz. Zwischen April und Juli seien rund 111.000 Tests vorgenommen worden.