Rheinland-Pfalz
Kommentar zur Lage in den Krankenhäusern: Tödliche Nebenwirkung
Weltweit, auch in Rheinland-Pfalz gab es ganze Straßenzüge, die abends dem Personal in den Krankenhäusern und Arztpraxen applaudiert haben. Zu Recht! Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen und alle Beschäftigten, die das Gesundheitssystem am Laufen halten, haben gute Arbeit geleistet – und sie leisten sie noch immer. Der Corona-Spuk ist längst nicht vorbei.
Die viel gescholtene Gesundheitspolitik hat ebenfalls erfolgreich gearbeitet. Denn das Gesundheitswesen ist aus drei Gründen nie an seine Grenzen gekommen. Erstens: Die freien Kapazitäten wurden schnell geschaffen und waren ausreichend dimensioniert. Zweitens: Die Kontaktsperren und Abstandsregelungen kamen rechtzeitig. Drittens: Die Bevölkerung hält sich überwiegend diszipliniert an die Vorgaben.
Und doch muss schleunigst gehandelt werden: Es darf nicht sein, dass Patienten mit Anzeichen für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine andere gefährliche Erkrankung nicht rechtzeitig im Krankenhaus landen, weil sie Angst vor einer Ansteckung haben oder davor, dass die Ärzte keine Zeit für sie haben. Dann kann die Corona-Bekämpfung tödliche Nebenwirkungen entfalten. Zum Umsteuern ist Aufklärung nötig. Kliniken und Hausärzte sind gefragt – und die Politik. Eine teilweise Rückkehr zur Normalität könnte der richtige Schritt sein – auch zum Wohl einiger Menschen, deren Operationen aufgeschoben werden mussten.
Was Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft und Berater der Mainzer Landesregierung, über die Situation in den Krankenhäusern sagt, steht hier.