Rheinland-Pfalz
Kommentar: Viele Fragen offen

Die übergeordnete Kontrolle bei Gefahrstoffen liegt beim Land und den Entsorgern selbst. Wie soll das funktionieren?
Das Unglück bei Süd-Müll wirft noch viele Fragen auf. Zum Beispiel die, warum die beiden Männer mit den zwei Behältern zum Arbeiten ins Freie gingen. Dort kann, muss aber nicht gearbeitet werden. Hat der Chemiker eine Vorahnung gehabt? Warum hat er keinen Atemschutz getragen? Und warum haben die zwei womöglich ein schweres 60-Liter-Fass hochgehoben, um dessen Inhalt in ein Großgefäß zu kippen – statt wie sonst üblich eine Pumpe zu verwenden? Unverständlich auch, warum bei der Gefahrstoffannahme nicht schärfer kontrolliert und genauer dokumentiert wird. Auch die späte Beschlagnahmung von Beweisstücken durch die Polizei gilt es weiter zu hinterfragen. Und da wäre die Frage nach der Kontrolle beim Lagern von Gefahrstoffen. Die hat in Rheinland-Pfalz die Sonderabfall- Management-Gesellschaft – sie gehört zu 51 Prozent dem Land und daneben privaten Entsorgungsbetrieben. Ist das unabhängig?