Rheinland-Pfalz Kommentar: Noch viel zu tun

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Ein erster Bericht der Staatsanwaltschaft zum Unfall auf der Deponie Heßheim zeigt, dass es einiges zu hinterfragen gibt.

Auch wenn mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts der Staatsanwaltschaft nun die Todesursache der beiden verunglückten Mitarbeiter bekannt ist, ist der Fall alles andere als gelöst. Die Ermittlungen zeigen auch, dass auf dem größten Sonderabfall-Zwischenlager in Rheinland-Pfalz nicht alles so läuft, wie es sollte. Das wurde zwei Menschen zum Verhängnis, die darauf vertrauten, dass in den Behältern auch drin ist, was drauf steht. Sie trugen offensichtlich aus diesem Grund keine Atemmaske. Wieso es offenbar auf der Deponie nicht üblich ist, beim Hantieren mit offenen Gefahrstoffen Schutzanzug, Handschuhe und Atemschutz zu tragen, ist mehr als fragwürdig. Jeder Laborant zieht schon bei einfachen Arbeiten eine Schutzbrille und einen Kittel an. Mehr als ein halbes Jahr nach dem Unfall ist noch nicht geklärt, woher eine der fraglichen großen Chemikalienlieferungen kam, und ob auf der Deponie vor dem Unfall weitere Substanzen dazugeschüttet worden waren. Auch die falsche Etikettierung und Klassifizierung ist noch zu klären. Von außen mag der Wunsch groß und verständlich sein, dass schneller an der Aufklärung gearbeitet wird. Die Staatsanwaltschaft spricht davon, dass es sich nicht um ein „Standardverfahren“ handle. Ähnlich sieht es das Umweltministerium in Mainz. Auf RHEINPFALZ-Nachfrage erklärte eine Sprecherin, dass Ermittlungen bei tragischen Störfällen durchaus Jahre dauern könnten. Für den Leitenden Oberstaatsanwalt Ströber ist die Veröffentlichung seines Berichts „ein Befreiungsschlag“. Eine Art Befreiungsschlag kann es für die Angehörigen allenfalls sein, wenn sie auch irgendwann erfahren, warum die beiden Männer ihr Leben verloren haben.

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