Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Klärungsbedarf auch nach Ende der Ermittlungen zur Explosion in Edigheim

Kirchturmhoch schlugen die Flammen an der Grenze zwischen den Ludwigshafener Stadtteilen Oppau und Edigheim aus dem Leck in der
Kirchturmhoch schlugen die Flammen an der Grenze zwischen den Ludwigshafener Stadtteilen Oppau und Edigheim aus dem Leck in der Hochdruckleitung.

8,8 Millimeter dick sein sollten sie normalerweise, die Wände von Gashochdruckleitungen. Jene in Edigheim war viel, viel dünner und nicht mal einen Millimeter stark. Was für den von der Staatsanwaltschaft beauftragten Sachverständigen den Schluss nahelegt, dass a) die Arbeiter vor Ort das nicht ahnen konnten, was sie – trotz ihres Fehlverhaltens – ein Stück weit entlastet, und b) sich das Unglück wohl auch ereignet hätte, ohne dass die Pipeline von der Spundwand durchlöchert worden wäre. Eben wegen der geringen Reststärke. Natürlich wirft das c) auch die Frage auf, warum diese erhebliche Normabweichung den Experten bei den turnusmäßigen Kontrollen der Rohre nicht aufgefallen ist, und d) wie anfällig das – warum auch immer – geschrumpfte Material ist? Ministerium und Aufsichtsbehörde wurden nicht ganz zufällig von der Staatsanwaltschaft informiert. Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl. Es gibt jedenfalls noch jede Menge Klärungsbedarf.

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