Rheinland-Pfalz Kommentar: Dem Saar-Untersuchungsausschuss zum Missbrauchsskandal fehlt es an Biss

Missbrauchsvorwürfe gibt es am Uniklinikum in Homburg an der Jugendpsychiatrie, aber auch an der HNO-Klinik. Der parlamentarisch
Missbrauchsvorwürfe gibt es am Uniklinikum in Homburg an der Jugendpsychiatrie, aber auch an der HNO-Klinik. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss untersucht sie alle. Foto: dts

Im Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung des Skandals am Homburger Uniklinikum und dem Verdacht auf Missbrauch von kleinen Patienten folgen nur wenige Zuschauer. Unter ihnen aber ist Hermann Schell. Einer der Aktivisten im Kampf gegen Missbrauch in der katholischen Kirche im Bistum Trier. Er half mit, Straftaten von Pfarrern aufzudecken, wie er sagt. Der Spiegel berichtete damals über ihn und andere. Schell fand nach der Sitzung klare Worte. Der Umgang des Klinikums mit den Vorwürfen gegen einen offenbar pädophilen Arzt sei „dilettantisch“ gewesen. Zu einer Zeit, in der das Thema Missbrauch gerade durch die katholische Kirche in der Gesellschaft präsent war. Noch kreise auch der Untersuchungsausschuss um die wesentlichen Fragen, die Opferperspektive werde nicht ausreichend betrachtet. Und die Nicht-Information der Eltern – sowohl durch die Staatsanwaltschaft als auch des Klinikums und der Regierung – findet er „unsäglich“. Es wird Zeit, dass der Ausschuss an Biss gewinnt und stärker nach den politisch Verantwortlichen sucht und nicht öffentlich gestehen muss, wegen technischer Unzulänglichkeiten wichtige Unterlagen nicht öffnen zu können.

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